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Bits & Pieces

Edition #267 | 20.02.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Christian W. Röhl | Kammerjäger | Chart der Woche | S&P-500-ETFs

Die KI-Highflyer führten die Börsen von einem Hoch zum nächsten, doch jetzt droht ihretwegen ein regelrechtes Massensterben an der Wall Street. Oder etwa nicht? Unser Chief Economist Christian W. Röhl rückt die Perspektive zurecht. Außerdem bahnt sich auch noch das RAM-ageddon an: Die Speicherchip-Knappheit setzt zunehmend die gesamte Weltwirtschaft unter Druck, während Donald Trump auf schmutziges Wachstum setzt. Diese Entwicklungen erinnern ein wenig an die Terminator-Filmreihe, in der eine KI die Menschheit wie Ungeziefer auslöschen will. Wir rufen, wenn es in unserer Wohnung krabbelt, lieber den börsengelisteten Exterminator.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 13.02.2026 und 19.02.2026.


Märkte & Makro

Schmuddelwachstum vs. Stagnation

Alkohol, Süßigkeiten oder das Doomscrollen am Handy: In der Fastenzeit geht es eigentlich darum, auf schlechte Gewohnheiten zu verzichten. Donald Trump hat den USA dieses Jahr hingegen Klimaschutz-Fasten verordnet. Der US-Präsident nennt es die größte Deregulierung aller Zeiten.

Die Verordnung: Treibhausgase wie Kohlendioxid sollen nicht mehr als gesundheitsschädlich gelten. Immerhin bedrohten sie nicht konkret die Gesundheit Einzelner. Das Thema Klimawandel ignoriert Trump dabei.

Die Profiteure: Öl- und Gasförderer, Kohlekraftwerksbetreiber und die US-Automobilindustrie. Dank lockerer Auflagen und sinkender Risiken für Schadensersatzklagen könnte ihr Geschäft deutlich profitabler werden. Doch mehrere US-Bundesstaaten haben bereits Widerstand angekündigt. Letztlich wird die Sache wohl vor dem Supreme Court landen.

Der Nachahmer: Wenn die USA auf schmutziges Wachstum setzen, wird sich Europa seine saubere Stagnation nicht mehr lange leisten können. Davon scheint auch Bundeskanzler Friedrich Merz auszugehen, der mittlerweile eine Entschärfung des europäischen CO₂-Zertifikatehandels erwägt. Der Markt nahm ihn beim Wort: Der Preis für CO₂-Zertifikate fiel auf den tiefsten Stand seit Trumps Zollankündigung im vergangenen Frühjahr. Für Merz bremst die europäische Regulatorik zunehmend das hiesige Wirtschaftswachstum aus.

Noch eine Wachstumsbremse: Die Mangellage bei Speicherchips verschärft sich. Weshalb das ein großes Problem für die Weltwirtschaft ist und warum das RAM-ageddon sogar dazu führen könnte, dass sich der Release der Playstation 6 um bis zu zwei Jahre verschiebt, erfahren Sie in der aktuellen Folge von Beyond the Noise.


NVIDIA

Augen auf und durch!

Die Altersvorsorge ist in Deutschland ein Thema, vor dem man gerne die Augen verschließt. Hand aufs Herz: Wir wissen alle, dass die gesetzliche Rente allein keine großen Sprünge erlauben wird. Doch stellen Sie sich vor: Sie investieren einen Euro fürs Alter und der Staat legt bis zu 30 Cent obendrauf. Klingt nach einem guten Deal?

Genau dieses Prinzip soll ab 2027 mit dem neuen Altersvorsorgedepot Realität werden. Es eignet sich besonders für alle, die lieber auf ETFs statt auf komplexe Versicherungsprodukte setzen. Wenn Sie bisher gezögert haben, das Thema private Vorsorge anzupacken, ist jetzt der richtige Moment gekommen.

Noch nicht überzeugt? Damit Sie sehen, wie groß Ihr Hebel für die Absicherung im Alter ist, haben wir auf Basis des Gesetzentwurfs vom Dezember einen Altersvorsorgedepot-Rechner entwickelt. Er zeigt Ihnen, mit welchen Förderungen Sie rechnen können, welche Steuern anfallen und wie viel Sie monatlich zur Seite legen müssen, um Ihre persönliche Rentenlücke zu schließen.


Podcast

Wenn BlackRock der Gigant der Finanzmärkte ist, dann ist Brookfield das physische Gegenstück – das „Rückgrat der Weltwirtschaft“. In dieser Folge werfen Christian W. Röhl und Katharina Brunsendorf einen Blick auf einen der größten und vielleicht spannendsten Asset-Manager der Welt.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Christian W. Röhl

Death by AI

Künstliche Intelligenz wird an der Börse allmählich von der Verheißung zum Menetekel. Software-Aktien wie SAP, Salesforce oder ServiceNow werden ja schon seit geraumer Zeit abverkauft. Aber zuletzt sind auch Datenanbieter wie Thomson Reuters, Versicherungsmakler wie Aon und Investment-Plattformen wie Charles Schwab unter Druck geraten – aus Furcht, dass Risikoanalysen, Produktvermittlung oder Finanzplanung künftig von KI-Tools besser und vor allem billiger erledigt werden.

Die Hysterie erinnert an die „Death by Amazon“-Listen, die vor gut zehn Jahren herumgereicht wurden – mit Geschäftsmodellen, die durch E-Commerce disruptiert werden sollten. Heute stellt sich heraus: Manche Firmen, allen voran die großen Kaufhaus-Ketten, sind tatsächlich abgestürzt. Andere hingegen haben wie Walmart konsequent digitalisiert oder wie Costco aus ihrem Kundenfokus einen Burggraben gemacht.

Und so wird es auch bei KI sein – Stichwort: Anpassungsfähigkeit. Wer bräsig an bestehenden Geschäftsmodellen festhält, wird vom Markt verschwinden (was übrigens auch schon im analogen Zeitalter galt). Aber Unternehmen, die neue Technologien nutzen, um das Kundenerlebnis zu verbessern und die eigene Effizienz zu steigern, werden besser dastehen als je zuvor. Vor allem, weil etablierte Player gerade im B2B-Bereich oder bei sensiblen Themen wie Finanzen über einen Erfolgsfaktor verfügen, den Startups mit ihren KI-Agenten erst noch aufbauen müssen: das Vertrauen ihrer Kundschaft.

Insofern ist das „Death by AI“-Narrativ derzeit vor allem ein Katalysator, um ambitionierte Aktienbewertungen etwas zurechtzustutzen – und eine Mahnung, im Depot Demut walten zu lassen: Das Innovationstempo ist so hoch, dass sich „Investment Cases“ zu einzelnen Aktien sehr schnell drehen können. Wer nicht wetten, sondern Geld anlegen und an der Transformation verdienen will, muss noch konsequenter diversifizieren.


Kammerjäger

Das große Krabbeln

Nichts währt ewig – außer vielleicht das Ungeziefer in den Straßen von New York. Und wenn die Krabbeltiere es erst einmal in die Wohnung geschafft haben, müssen die Profis von Rollins anrücken. Diese Schädlingsbekämpfer gibt es auch an der Börse. Dort gilt die Branche als ein klassisches antizyklisches Geschäft. Denn Ratten, Kakerlaken und Termiten sind Boom- und Bust-Zyklen an der Börse herzlich egal.

In den letzten 30 Jahren konnte Rollins Jahr für Jahr den Umsatz steigern, während sich der Börsenwert in dieser Zeit sogar ver-250-fachte. Das erreichte man nicht nur durch organisches Wachstum, sondern auch durch Übernahmen kleinerer Wettbewerber – allein seit 2021 gab es über 100 Akquisitionen. In den Zahlen für das Q4 2025 war jedoch der Wurm drin: Mit einem Umsatz von 913 Mio. $ wurde der Vorjahreszeitraum zwar um 9,7 % übertroffen, die Markterwartung jedoch knapp verfehlt. Die Aktie fiel.

Der britische Rivale Rentokil Initial ist mit einem Umsatz von rund 5 Mrd. £ für die ersten drei Quartale 2025 ungefähr doppelt so groß wie Rollins und neben dem Kerngeschäft auch im Gebäude- und Hygienemanagement aktiv. Aber selbst dort läuft nicht immer alles nach Plan: Mit der 6,7 Mrd. $ teuren Übernahme von Terminix holte Rentokil sich 2022 quasi einen Termitenbefall ins Haus: Der US-Konkurrent brachte einen Schuldenberg und erhebliche IT-Integrationsprobleme mit sich. Die Folge waren gleich mehrere Gewinnwarnungen und ein massiver Kursrutsch im Oktober 2023, von dem sich die Aktie bis heute nicht vollständig erholt hat. Am 5. März veröffentlicht Rentokil seine Zahlen für das abgelaufene Quartal. Dann wird sich zeigen, ob der zuletzt von der Börse antizipierte Turnaround tatsächlich gelingt.


S&P-500-Equal-Weight-ETFs

Shareholder-Sozialismus

Mit den 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA gilt der S&P 500 als eines der wichtigsten Börsenbarometer der Welt. Von 2016 bis heute ist der US-Leitindex – vor allem angetrieben durch Tech-Werte – um rund 250 % gestiegen. Enthalten sind zwar auch viele andere Sektoren, aber wenn die Hyperscaler bluten, geht es im S&P 500 in der Regel ebenfalls abwärts.

Für diejenigen, die in einen S&P 500 ohne großen Tech-Klumpen investieren wollen, gibt es den S&P 500 Equal Weight. Dieser enthält dieselben Titel wie das Original – jedoch gleichgewichtet. Der knapp 8 Mrd. $ „leichte“ Dosensuppenkocher Campbell hat also genauso viel Einfluss auf den Index wie Apple, Meta oder Microsoft.

Der iShares S&P 500 Equal Weight bildet den Klassiker der Indexfamilie ab. Der physisch replizierende ETF ist rund 4,5 Mrd. € schwer und thesauriert seine Dividendenerträge.

Wer das Währungsrisiko zwischen dem US-Dollar und dem Euro drastisch einschränken möchte, kann das mit dem Xtrackers S&P 500 Equal Weight Hedged tun.

Der Amundi S&P 500 Equal Weight ESG investiert ausschließlich in Unternehmen, die gewisse Kriterien hinsichtlich Umweltschutz, soziale Verantwortung und Unternehmensführung erfüllen. Statt 500 sind hier nur noch etwas mehr als 300 Aktien enthalten.


Chart der Woche

30 % sorgen nicht privat vor

Monatliche Rücklagen für die private Altersvorsorge

Chart der Woche

Quelle: Altersvorsorge-Report 2025, Deutsche Bank in Kooperation mit DWS, Institut: Civey

Wenn Sie 500 € oder mehr im Monat für Ihre Altersvorsorge zurücklegen, gehören Sie zu den Top 4 % in Deutschland. 30 % legen sogar überhaupt nichts zurück. Manche von ihnen klagen über fehlenden finanziellen Spielraum, zum Beispiel durch Schulden und Kredite. Manchmal ist es aber auch nur eine starke Gegenwartspräferenz, die einen davon abhält, Geld zur Seite zu legen – man belohnt sich also einfach im Hier und Jetzt. Bei Frauen spielt außerdem der Gender Pension Gap eine Rolle. Sie verdienen über ihre Lebenszeit hinweg im Durchschnitt weniger – unter anderem, weil sie häufiger Teilzeit arbeiten.

Für eine gezielte Altersvorsorge mit monatlich klar definierten Beiträgen ist es nötig, die eigene Rentenlücke zu kennen. Wer früh beginnt und über einen langen Zeitraum investiert, der kann dank Zinseszins auch mit kleinen Summen weit kommen. Das Wichtigste ist, anzufangen.


SCALABLE NEWS


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Medientipp

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Quellen: Scalable und dpa-AFX

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