Bits & Pieces
Edition #301 | 16.10.2026
Meistgehandelt | Was uns beschäftigt | Podcast | JPMorgan | Chart der Woche | Produkt-Highlight | PE Corner | Rohstoffaktien-ETFs | Altersvorsorge im Fokus
In den USA müssen die Börsenkonzerne wieder einmal ihre Bücher öffnen. Inflation, Renditen und der Ölpreis müssten ihre Spuren hinterlassen haben, oder? Traditionsgetreu haben die Banken losgelegt, an erster Stelle JPMorgan. Wir schauen uns an, wie die Geldhäuser in der Regel ihre Milliarden verdienen. Unterdessen taucht in den Top 5 des Nasdaq 100 ein altbekannter Name auf: Elon Musk. Daneben zeigen wir, wie Sie die hitzigen Preise an den Rohstoffmärkten für Ihr Depot nutzen können.
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Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 09.10.2026 und 15.10.2026.
Im Fokus: TSMC
Von wegen KI-Sorgen: Halbleiterfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. hat im Q3 2026 mit umgerechnet rund 23,6 Mrd. $ zum sechsten Mal in Folge einen Rekordgewinn erzielt – ein Plus von knapp 70 %. Parallel will der größte Halbleiter-Hersteller der Welt seine Investitionen (derzeit gut 60 Mrd. $ pro Jahr) weiter deutlich steigern.
Peak – und dann?
Die Stimmung an der Wall Street ist rosig: Analysten erwarten für den S&P 500 ein Q3-Gewinnwachstum von bis zu 30 % zum Vorjahr. Laut FactSet melden so viele Unternehmen wie noch nie seit 2006 einen positiven Ausblick. Der vermeintliche Boom wird primär von zwei altbekannten Treibern verzerrt:
KI-Hype: Angetrieben durch die Tech-Welle soll allein die Halbleiterbranche ihre Gewinne um 130 % steigern.
Ölpreis-Sprung: Der teure Rohstoff katapultiert die Wachstumserwartungen im Energiesektor im Jahresvergleich auf 121 %.
Das Problem: Dieser Rückenwind dürfte genau jetzt seinen Peak erreichen. Wall-Street-Schätzungen zeigen schon für die nächsten Quartale klar nach unten – bis Mitte 2027 könnte sich das Gewinnwachstum halbieren. Wenn der makroökonomische Gegenwind die Prognosen einholt, droht den Märkten ein schmerzhaftes Erwachen.
Das Gute daran: Genau hier liegt die Chance für antizyklisches Investieren. Wenn sich das Wachstum in den nächsten Quartalen normalisiert und die Analysten ihre Messlatte ein Stück tiefer legen, passiert an den Märkten etwas sehr Gesundes: Die Bewertungen kommen wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Ein Abkühlen der überhitzten Prognosen bedeutet schließlich nicht das Ende des Bullenmarktes – es macht Aktien schlichtweg wieder günstiger und attraktiver für den Neueinstieg.
Wie verkauft man kaufmännische Software an Handwerksmeister und Kleinunternehmen? Für Christian Steiger, Geschäftsführer von Lexware, ist das keine reine Frage der Funktionalität, sondern auch ein emotionales Thema – mit dem im Angesicht der KI-Disruption auch börsennotierte Software- und IT-Firmen konfrontiert sind. Im Gespräch mit Christian W. Röhl erklärt Steiger, warum die viel beschworene „SaaSpokalypse“ nicht zwangsläufig ist.
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How to Bank
Den Auftakt für die US-Berichtssaison haben wie üblich die Banken gemacht – angeführt vom größten Haus JPMorgan. Mit einem Umsatz von 50,9 Mrd. $ konnte zwar ein Plus von 8 % im Vergleich zum Vorjahr erzielt werden, doch das reichte nicht aus, um die Erwartungen der Wall Street zu erfüllen. Einnahmen der größten Bank Amerikas stammen – wie bei vielen Wettbewerbern – aus drei Bereichen:
Klassisches Privatkunden- und Filialgeschäft. Die Marke „Chase“ bedient über 86 Millionen Kunden sowie über 7,4 Millionen Kleinunternehmen weltweit etwa mit Giro- und Sparkonten, Krediten oder Baufinanzierungen. Profit wird hier primär über den Zinsüberschuss gemacht: Die Bank zahlt für Einlagen niedrige Zinsen und verleiht dieses Geld zu deutlich höheren Zinsen weiter. Die Sparte steuerte 42 % zum Gesamtumsatz bei.
Investmentbanking. Hier berät die Bank Unternehmen bei Fusionen und Übernahmen oder begleitet sie auf den Weg an die Börse. Dazu kommt der Aktien- und Anleihehandel, der in Q3 dank volatiler Märkte viel Geld in die Kasse spülte. Mit 22,7 Mrd. $ war das Investmentbanking für fast 45 % des Quartalsumsatzes verantwortlich.
Vermögensverwaltung. Die Bank verwaltet das Vermögen wohlhabender Privatkunden sowie institutioneller Investoren und kassiert dafür im Gegenzug kontinuierliche Verwaltungsgebühren. Hier wurden zuletzt 6,9 Mrd. $ gemacht.
Rückenwind könnte von der US-Regierung kommen. Die Trump-Administration will die regulatorischen Vorgaben lockern, sodass weniger Kapitalrücklagen gebildet werden müssen. Damit stünde mehr Geld fürs Geschäft zur Verfügung – oder für Dividenden und Aktienrückkäufe.
Eroberung à la Musk
Indexgewicht im Nasdaq 100 Index in Prozent

Quelle: iShares, Stand: 13.10.2026
E-Autos, Tunnel, Raketen und jetzt noch Mobilfunk? Elon Musk sorgt mal wieder für Aufruhr. Da SpaceX nun Mobilfunkfrequenzen für das Satellitennetzwerk Starlink aufkauft, mutiert das Unternehmen zu einem neuen Wettbewerber in der Telekommunikationsbranche. Entsprechend tauchten die Aktien der Platzhirsche AT&T, T-Mobile US und Verizon ab. Gleichzeitig schielen Funkturmbetreiber wie American Tower oder Crown Castle nun auf Milliardenaufträge.
Dass Musk seinen Einfluss durch SpaceX weiter ausbaut, zeigt sich auch innerhalb des Nasdaq 100 Index. Der reichste Mensch der Welt liegt nun mit seinen beiden börsengelisteten Unternehmen SpaceX und Tesla zusammengenommen auf Platz 5 der Index-Schwergewichte – nahezu gleichauf mit Alphabet und Microsoft.
Mehr Gewicht im Index verdankt SpaceX insbesondere abgelaufener Haltefristen, etwa von Risikoinvestoren, wodurch der Freefloat-Anteil deutlich zugenommen hat. Da weitere Haltefristen auslaufen, dürfte das Indexgewicht beim nächsten Rebalancing im Dezember voraussichtlich noch weiter steigen.
Gedächtnis mit Rendite
Wer an moderne Technologie denkt, denkt an Künstliche Intelligenz. Doch so smart die Large Language Models sind, so abhängig sind sie von einer entscheidenden Komponente: Speicherchips. Ohne Chips, die Billionen Datenpunkte im Sekundentakt bereitstellen, wäre KI ein Gehirn ohne Körper.
Diese Chip-Strahlkraft lässt sich bequem ins Depot holen: mit dem Amundi Global Memory Chips ETF. Er listet 39 ausgewählte Branchenpioniere mit einem klaren Fokus auf den Chiphochburgen USA und Südkorea. Sie kommen zusammen auf mehr als 80 % Gewicht im ETF. Dabei beanspruchen die US-Riesen Micron und Marvell sowie die südkoreanischen Rivalen Samsung und SK Hynix mehr als die Hälfte des ETFs. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,45 % pro Jahr.
Hier gibt es in den kommenden Wochen News zu Private Equity vom Team des Newsletters DealsCrunch.
Schneider kauft Tech-Unternehmen PTC
Vor knapp zwei Wochen kam die News: Für 22,6 Mrd. $ will Schneider Electric den US-Anbieter PTC kaufen. Die Aktionäre hat das erstmal nicht gefreut. Wir finden den Deal trotzdem spannend, here’s why:
Vom Bildschirm ans Fließband: Mit PTC entwerfen Auto- und Flugzeugbauer ihre Produkte. Für die Fertigung liefert Schneider schon heute Technik und Software, künftig soll jeder an die Kunden des anderen verkaufen. Win-win? Schneider plant bis zu 17 Mrd. € neue Schulden und neue Aktien für bis zu 6 Mrd. € auszugeben, um den Kauf zu finanzieren – Geld, das manche Schneider-Anlegenden lieber in den Ausbau der eigenen Angebote investiert hätten.
Unser Take: Mit PTC kann Schneider über Software-Abos über Jahre am selben Kunden verdienen, auch wenn der gerade keine neue Fabrik baut. Das könnte das Geschäft planbarer machen, muss nach den zusätzlichen Zinsen aber auch mehr Gewinn pro Aktie bringen.
Next up: Heute kommen die Quartalszahlen – und vielleicht sagt die Konzernleitung dann auch konkreter, wann aus den versprochenen Synergien zusätzliche Umsätze werden sollen.
Wenn Sie tiefer einsteigen wollen, können Sie das bei milton, der App von morningcrunch – zugeschnitten auf Ihr Portfolio.
Trittbrett fahren
Wenn die Preise an der Zapfsäule oder im Supermarkt anziehen, lohnt sich ein Blick auf die Unternehmen, die daran mitverdienen. Denn so lässt sich die allgemeine Teuerung in Ihrem Depot abbilden.
Der Xtrackers MSCI World Energy UCITS ETF bietet Zugang zum globalen Öl- und Gas-Sektor. Falls die Shell-Tankstelle wieder die Preise für Kraftstoffe anzieht, können Sie von dieser Entwicklung profitieren, statt nur draufzuzahlen. Steigen die Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt, spiegelt sich dies häufig in den Margen dieser Konzerne wider – Shell beispielsweise meldete ein Margenwachstum von 75 % zwischen dem zweiten und dritten Quartal.
Von Industriemetallen wie Kupfer bis hin zu Chemikalien – mit dem Amundi S&P Global Materials Screened UCITS ETF investieren Sie in das Fundament der modernen Welt. Darin stecken Werkstoff-Unternehmen wie der australische Bergbauer Rio Tinto oder Industriegase-Konzern Linde. In das Portfolio wird zusätzlich nur aufgenommen, wer bestimmte Nachhaltigkeitskriterien (ESG) einhält.
Der iShares Agribusiness UCITS ETF deckt die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette ab. Vom Düngemittelhersteller Nutrien bis zum Traktorenbauer John Deere bildet der ETF die Unternehmen ab, die die globale Nahrungsmittelproduktion und -logistik sichern.
In dieser Rubrik beantworten wir kurz und knapp Ihre wichtigsten Fragen rund um das geplante Altersvorsorgedepot (AVD).
Ich habe mich entschieden. Ich möchte von Riester zum AVD wechseln, welche Wechseloptionen habe ich?
Erster Weg: Sie eröffnen ein AVD und übertragen Ihr Riester-Guthaben ins AVD. Das eröffnet Renditechancen für Ihr bisher angespartes Vermögen sowie zukünftige Einzahlungen. Zusätzlich profitieren Sie von den flexibleren Auszahlungsoptionen des AVD. Zu beachten: Ein Übertrag des Riester-Guthabens in ein AVD wird für viele Kundinnen und Kunden sinnvoll sein, jedoch muss die individuelle Situation geprüft werden. Bei Scalable werden wir einen einfachen Wechselservice anbieten: Der Übertrag lässt sich bei Scalable über ein Online-Formular anstoßen. Dafür sind nur drei Angaben notwendig wie etwa die Vertragsnummer, anschließend kümmert sich Scalable.
Zweiter Weg: Sie behalten Riester und eröffnen zusätzlich ein AVD. Ihr bisher angespartes Guthaben inklusive Garantien bleibt im alten Vertrag. Künftige Sparbeträge können Sie ins AVD lenken und dort die höheren Renditen nutzen. Dabei sollten Sie einen Punkt berücksichtigen: Sobald Sie ein AVD abschließen, gelten die neuen Zulage-Regeln grundsätzlich für alle Ihre Riester- und AVD-Verträge. Welche Auswirkungen das auf Sie hat, sollten Sie vor dem Abschluss prüfen.
Mehrere Riester: Sie können für jeden Riester-Vertrag einzeln entscheiden, ob Sie das Guthaben behalten oder übertragen. Für neue AVDs gilt eine Grenze von zwei förderfähigen Verträgen.
Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr
Quellen: Scalable und dpa-AFX
