Bits & Pieces
Edition #297 | 18.09.2026
Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Beiersdorf | Chart der Woche | IT-ETFs | Produkt-Highlight | Scalable News | Altersvorsorge im Fokus
Ein beispielloser Schulterschluss der mächtigen Tech-Bosse: Amodei, Altman, Musk und Alex Karp sind sich einig, dass die Entwicklung der KI zu rasant ist und es Leitplanken braucht – nicht ohne Eigennutz. Währenddessen zieht Fed-Chef Kevin Warsh mit seiner Zinsanhebung den Groll des US-Präsidenten auf sich. Wir schauen, wie die Zinswende auf die globalen Staatsschulden durchschlägt. Außerdem: Warum es sich lohnen kann, in Zeiten wachsender KI-Besorgnis ein Auge auf Cybersecurity-ETFs zu werfen.
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Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 11.09.2026 und 17.09.2026.
Im Fokus: McDonald’s
Seit Längerem befindet sich die Aktie der Fastfoodkette McDonald’s auf Talfahrt. Sorge bereiten etwa Preiserhöhungen, die zu Absatzrückgängen führen könnten. Insgesamt läuft das Geschäft aber, sodass einige den günstigen Einstiegszeitpunkt genutzt haben dürften. Als Dividendenaristokrat hat der Franchise-Riese 49 Jahre in Folge seine Ausschüttungen erhöht. Die Dividendenrendite liegt erstmals seit der Pandemie wieder bei 3 %.
Zins-Zoff und KI-Koalition
1:0 für Kevin Warsh. Mit der Zinsanhebung um 25 Basispunkte auf 3,75 % bis 4,00 % diese Woche hat der Fed-Chef ein deutliches Signal an Donald Trump gesendet: Er lässt sich nicht von ihm leiten. Der US-Präsident hat wiederholt niedrige Zinsen für eine brummende Wirtschaft gefordert. Warsh priorisiert aber (zum Glück) seine Aufgabe als Hüter der Preisstabilität und kämpft gegen die zu hohe Inflation – für die nicht zuletzt Trump mitverantwortlich ist, Stichwort Zölle, Öl und Iran. Ob der Zinsgipfel damit schon erreicht ist, dürfte zwischen Warsh und Trump ebenfalls umstritten sein. Marktteilnehmer rechnen laut FedWatch-Tool mit einer weiteren Zinserhöhung noch in diesem Jahr.
Seltene Einigkeit demonstrierten unterdessen einige der mächtigsten KI-Bosse. Anthropic-Chef Dario Amodei forderte in einem Essay, das Entwicklungstempo neuer KI-Modelle wegen Sicherheitsrisiken zu drosseln. xAI-Chef Elon Musk und OpenAI-CEO Sam Altman pflichteten ihm bei. Sie fordern Regulierung und Tests innerhalb von KI, bevor neue Leistungslevel freigegeben werden – Amodei bringt dabei Selbstregulierung auf den Tisch. Trump verneint staatliche Leitplanken aus Angst, dass China im Tech-Wettlauf davonrast.
Dass die Tech-Mogule vor dem eigenen KI-Fortschritt warnen, ist vielleicht angebracht. Dahinter steckt aber gewiss strategisches Kalkül: Lieber selbst Regulierung etablieren, bevor (etwa nach den Zwischenwahlen) andere Kräfte mitmischen. Dazu die Betonung der überlegenen Power künftiger KI-Systeme: Perfektes Marketing, gerade mit Blick auf die anstehenden Börsengänge.
Norwegen, Neuseeland oder der deutsche KENFO – die mächtigen Staatsfonds sind oft sehr erfolgreich. Gemeinsam mit Denise Koch von Invesco erkundet Christian W. Röhl, was Sie für Ihr privates Portfolio von den globalen Volksvermögen lernen können: Wieso Resilienz wichtiger ist als Rendite und weshalb die Super-Investoren systematisch Faktorprämien wie Value, Quality und Momentum einsammeln, statt einfach „Stock Picking“ zu betreiben.
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From Hero to Zero
Wer kennt sie nicht, die blaue Nivea-Dose? Fast schon ein deutsches Kulturgut, steht sie in unzähligen Badezimmern. Und der Labello ist längst zum Synonym für Lippenpflegestift geworden. Bislang waren die beiden Marken die Zugpferde des Hamburger Beiersdorf-Konzerns. Im Geschäftsjahr 2025 steuerte Nivea – inkl. Labello – über 50 % zum Gesamtumsatz bei. Ausgerechnet das ikonische Duo sorgte aber nun dafür, dass Beiersdorf die Gewinnprognosen für das laufende Geschäftsjahr senken musste. Der Grund: Die Halbjahreszahlen zeigen einen Umsatzrückgang von 3,5 %. Bei Nivea brachen die Einnahmen um 7 % ein. Seit Mitte 2024 hat sich die Aktie – eigentlich ein defensiver Wert – nahezu halbiert.
Das Problem: Der Versuch, die Traditionsmarke im High-End-Segment zu etablieren, ist nicht aufgegangen. CEO Vincent Warnery gab zu, dass man „das Momentum in Kategorien wie der Körperpflege verloren“ hat. Gleichzeitig greifen im Low-Budget-Bereich günstige Eigenmarken wie „balea“ von der Drogeriekette dm an. Warnery verordnete der Hautpflegemarke Nivea nun eine Turnaround-Kur. Statt Gesichtspflege sollen wieder erschwingliche Produkte wie Deo und Duschgel das Volumen treiben. Dazu kommt eine 100 Mio. € schwere Werbeoffensive, die auch auf Influencer setzt. Warnery glaubt, er könne Beiersdorf dadurch ab 2027 wieder auf Wachstumskurs bringen.
Wie steht es um den Rest des Sortiments? Ein Lichtblick ist die medizinische Hautpflege (Eucerin und Aquaphor), die um 7,8 % wachsen konnte. Die Klebeband-Marke tesa – die zuletzt 17 % zum Gesamtumsatz beitrug – leidet derweil unter der strukturellen Schwäche der Automobil- und Elektrobranche.
Schuldenberge im Zinswachstum
Verschuldungsgrad führender Industrien anteilig am BIP in %

Quelle: OECD
Riesige Schuldenberge sind schlecht. Riesige Schuldenberge, die immer teurer werden, sind noch schlechter. Genau mit diesem Problem kämpfen viele führende Wirtschaftsnationen angesichts steigender Zinsen. Denn damit verteuern sich neue Kredite ebenso wie die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten.
Aktuell liegt die Schuldenquote in vielen Staaten bei über 100 % des Bruttoinlandsprodukts. Italien ächzt, in den USA übersteigt die Zinslast sogar das Verteidigungsbudget. Deutschland steht dank der lange gültigen Schuldenbremse vergleichsweise gut da. Ein Sonderfall ist Japan: Trotz der extrem hohen Verschuldung gilt die Volkswirtschaft als recht stabil, da der Staat seine Schulden in eigener Währung überwiegend bei Inländern hält – und damit nicht von ausländischen Gläubigern abhängig ist.
Doch wieso ließen die Staaten zu, dass die Schuldenberge sich derart türmen? Die Ära der Niedrig-, Null- und Negativzinsen lieferte billiges Geld für Sozialausgaben und Wirtschaftshilfen. Zusätzliche Kredite wurden während der Finanz-, Euro- und Corona-Krise aufgenommen. In wirtschaftlich guten Zeiten fiel der Schuldenabbau dann häufig unter den Tisch.
Cyber-Schutzwall für Ihr Portfolio
Vor Kurzem ist die Hackergruppe Rhysida in die Systeme der Berliner Verwaltung eingedrungen, hat dabei über 1,4 Millionen Dokumente geklaut – und diese schließlich ins Darknet gestellt. Neben Personalakten und behördlichen Schreiben dürften auch Daten zu kritischer Infrastruktur wie Krankenhäusern oder Rüstungsfirmen betroffen sein. Dies ist nur eines von unzähligen Beispielen, wie die Bedrohung durch Cyberattacken weltweit steigt.
Milliarden fließen deshalb in IT-Sicherheit für Staaten und Unternehmen. Auch im Depot lässt sich dieser wachsende Markt abbilden. Der iShares Digital Security UCITS ETF listet mehr als 110 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern, die sich der digitalen Sicherheit verschrieben haben – darunter Data Privacy oder Secure Infrastructure. Zweimal jährlich werden alle Titel weitgehend gleichgewichtet, womit Klumpen entfallen und Small Caps mehr Relevanz erhalten.
Eine breiter gefasste Alternative ist der Amundi MSCI Digital Economy UCITS ETF, der die gesamte Digitalwirtschaft abbildet. Neben IT-Sicherheit setzt der ETF etwa auf Digital Payments, E-Commerce oder Cloud Computing – Top-Ränge besetzen AMD, CrowdStrike oder Visa. Mehr Europa gibt es mit dem Xtrackers Europe Defence Technologies UCITS ETF. Unter dem Motto „Abwehr“ berücksichtigt er Verteidigung, Raumfahrt und Cybersicherheit – drei Sektoren, die für die Unabhängigkeit eines Landes essenziell sind.
Einmal hin, alles drin
Nein, es handelt sich hierbei nicht um Werbung für die ehemalige Supermarktkette Real. Wir meinen damit den neuen Vanguard FTSE Global All-Cap ETF. Mit ihm holen Sie sich auf einen Schlag 98 % der globalen Marktkapitalisierung ins Depot.
Aktien aus Industrie- und Schwellenländern, von großen und mittelgroßen Unternehmen bis hin zu Nebenwerten – und das alles für eine jährliche Gesamtkostenquote von gerade einmal 0,07 %. Doch was ist konkret im ETF drin? An der Spitze steht der IT-Sektor mit einem Gewicht von mehr als 30 %, angeführt durch Branchenriesen wie NVIDIA. Die USA kommen so auf einen Anteil von rund 60 %.
Was das Produkt jedoch einzigartig macht, ist seine Bandbreite. Von den gut 10.000 Werten im Index sind fast 6.000 Small Caps. Sie machen zwar nur knapp 10 % des Index-Gewichts aus, sorgen aber für eine breite Diversifikation. Hier geben sich Hidden Champions wie der bayerische Anlagenbauer Krones oder das indische Spezialchemie-Unternehmen Clean Science and Technology die Hand.
Scalable setzt noch einen drauf
Obwohl das Scalable Festgeld vor Kurzem erst an den Start gegangen ist, gibt es jetzt schon ein Update, von dem Sie profitieren können – ab heute gelten folgende garantierte Zinsen:
- 3 % Zinsen p.a.* auf angelegtes Guthaben bei einer Laufzeit von 12 Monaten
- 3,25 % Zinsen p.a.* auf angelegtes Guthaben bei einer Laufzeit von 24 Monaten
Sichern Sie sich planbare Zinserträge mit dem Scalable Festgeld. Sie finden die Option dazu in der Scalable-App.
*Konditionen sowie Guthabenverteilung auf scalable.capital/festgeld.
Altersvorsorge mit Scalable Bonus
Das Scalable Gewinnspiel zum Aufstocken Ihrer Altersvorsorge läuft noch. Von den fünf verfügbaren Chancen sind noch vier offen. Was es zu gewinnen gibt und wie es funktioniert:
- Scalable stockt die 540 € vom Staat um weitere 540 € im Jahr bis zum Renteneintritt auf.
- Was Sie dafür tun müssen: Fügen Sie das Altersvorsorgedepot schon jetzt zu Ihren Produkten in der Scalable App oder im Web hinzu – und schon landen Sie im Lostopf. Je früher Sie mitmachen, desto höher sind Ihre Gewinnchancen.
Es gelten die Teilnahmebedingungen.
In dieser Rubrik beantworten wir kurz und knapp Ihre wichtigsten Fragen rund um das geplante Altersvorsorgedepot (AVD).
Ich habe Riester, wird mein Vertrag durch das geplante AVD nun ungültig?
- Nein. Für Riester-Verträge, die vor dem 1. Januar 2027 abgeschlossen wurden, gilt gesetzlich ein umfassender Bestandsschutz. Ihr Vertrag läuft damit unverändert weiter.
- Sie haben ab 2027 jedoch drei Möglichkeiten: Sie können Ihren Riester-Vertrag weiter besparen, ihn beitragsfrei stellen und parallel ein neues AVD besparen oder Ihr Guthaben förderunschädlich in ein AVD übertragen.
- Scalable wird einen kostenlosen Wechselservice anbieten.
Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr
Quellen: Scalable und dpa-AFX
