Bits & Pieces
Edition #261 | 09.01.2026
Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Speicherhersteller | Chart der Woche | Welt-ETFs
Frohes neues Jahr! In der ersten Ausgabe 2026 ordnen wir das Drama um geopolitische Donnerschläge und venezolanische Ölfässer ein. Unser Chart zeigt, was das südamerikanische Land aus seinen massiven Ölvorkommen macht – Spoiler Alert: sehr wenig. Vom Öl ziehen wir die Schleife zu Chip-Champions und Speicher-Spezialisten. Und unser Gründer und Co-CEO Erik Podzuweit begrüßt Sie sogar persönlich und erklärt, warum der Wettbewerb der Börsen ein Gewinn für Anlegende ist.
Unser guter Vorsatz für 2026: Noch genauer hinschauen. In der letzten Ausgabe unseres „ETF Quarterly“ vor der Winterpause ist uns ein Fehler unterlaufen: Der vorgestellte BlackRock Private Equity Fund schüttet seine Erträge nicht aus, sondern thesauriert sie.
Verkauft
Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 01.01.2026 und 08.01.2026.
Donnerschläge und Rekorde
Geopolitische Donnerschläge zum Jahresauftakt: Mit einer präzisen Militäraktion haben die USA den venezolanischen Machthaber Nicolás Maduro gestürzt und streben nun nach der Kontrolle über die immensen Ölreserven des von zwei Jahrzehnten linksautokratischer Misswirtschaft ausgezehrten Landes. Parallel nimmt die Trump-Administration schärfer als je zuvor das staatsrechtlich zu Dänemark gehörende Grönland ins Visier – und beschwört damit die ultimative Zerreißprobe für die NATO herauf.
Auch innenpolitisch drückt Donald Trump auf die Tube und setzt dabei den linken Blinker. Ein Verbot von Dividenden und Aktienrückkäufen soll Rüstungskonzerne zu einem massiven Ausbau ihrer Kapazitäten drängen – und damit Wohnraum wieder erschwinglicher wird, sollen Profi-Investoren künftig keine Einfamilienhäuser mehr kaufen dürfen. Ob und wie dieser Social Media-Populismus sich am Ende in Realpolitik niederschlägt, bleibt abzuwarten. Aber der Ton ist gesetzt: Das Mutterland des Kapitalismus wird immer mehr zur staatlich gelenkten Volkswirtschaft.
Der allgemeinen Börsenstimmung tut das noch keinen Abbruch – auch weil die Aktionärinnen und Aktionäre zur Abwechslung mal wieder die rosarote KI-Brille aufgesetzt haben. Mit xAI und Anthropic stehen zwei prominente Startups vor milliardenschweren Finanzierungsrunden. Auch die Keynote von NVIDIA-Chef Jensen Huang auf der Technologiemesse CES 2026 stimulierte die Phantasie der Investorinnen und Investoren, wenngleich davon zunächst vor allem Alphabet profitiert hat: Mit 3,9 Bio. $ war die Google-Mutter am Mittwoch erstmals mehr wert als Apple.
Und auch auf dem Frankfurter Parkett herrscht Partystimmung: Ebenfalls am Mittwoch hat der DAX zum ersten Mal die Marke von 25.000 Punkten durchbrochen. Seit seinem Start Ende 1987 kommt das deutsche Aktienbarometer damit inklusive der standardmäßig reinvestierten Brutto-Dividenden auf eine Rendite von 8,8 % p.a. – die freilich weniger über den Standort Deutschland aussagt als über die Anpassungsfähigkeit der global aufgestellten Konzerne, die im Index versammelt sind.
Das deutsche Rentensystem steht vor dem demographischen Kollaps: Immer weniger Beitragszahlende müssen immer mehr Menschen in Rente finanzieren. Christian W. Röhl spricht mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Pascal Reddig.
Zusammen mit anderen jungen Unionsabgeordneten hat er gegen das jüngste Rentenpaket der schwarz-roten Koalition gestimmt und ist nun Mitglied der Kommission, die im kommenden Jahr „ohne Denkverbote“ das Konzept für eine Rentenreform erarbeiten soll, die diesen Namen auch verdient.
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Börsen aller Länder, vereinigt Euch!? Warum Europas Kapitalmarkt Wettbewerb braucht
Europa hat eine Zeitenwende eingeleitet. Um im geopolitischen Spannungsfeld zwischen den USA und China zu bestehen, sind massive Investitionen in Sicherheit und Technologie nötig. Doch staatliche Mittel allein genügen nicht – es bedarf eines leistungsfähigen Kapitalmarkts. Der politische Ruf nach einer zentralen „European Stock Exchange“ führt dabei indes in die Irre.
Nicht ohne Grund hat die EU-Kommission Börsenfusionen in der Vergangenheit kritisch gesehen. Wettbewerb belebt das Geschäft, auch an der Börse. Die Vielfalt der europäischen Handelsplätze sorgt für enge Spreads, aktives Market Making, moderne Handelssysteme, lange Handelszeiten und günstige Konditionen – Vorteile, die gerade privaten Anlegerinnen und Anlegern zugutekommen.
Entgegen einem verbreiteten Irrglauben leidet die Liquidität obendrein nicht unter der Vielzahl von Handelsplätzen. Elektronischer, globaler Handel sorgt vielmehr dafür, dass fragmentiert gehandelte Aktien häufig die höchste Liquidität und die geringsten Geld-Brief-Spannen aufweisen – selbst in volatilen Marktphasen. Eine einzige Börse würde Anlegerinnen und Anlegern in Stresssituationen dagegen vor ein Dilemma stellen: Entweder zu ungünstigen Preisen zu handeln oder gar nicht.
Der Wettbewerb zwischen den Handelsplätzen sorgt für Wachstum, etwa bei Index-Fonds (ETFs). Nicht zuletzt wegen der auf private Anlegerinnen und Anleger fokussierten Retail-Börsen ist Deutschland mit 14,5 Millionen ETF-Sparenden der stärkste europäische Markt, während das Vereinigte Königreich mit seiner zentralistischen Börsenstruktur auf dem letzten Platz liegt, was die ETF-Durchdringung angeht. Ein starkes Europa braucht keinen Börsen-Koloss, sondern eine lebendige Konkurrenz der besten Plattformen, um das Kapital dorthin zu leiten, wo die Wertschöpfung von morgen entsteht.
Erik Podzuweit ist Gründer und Co-CEO von Scalable Capital. Der vollständige Artikel ist zuerst bei Table.Media erschienen.
Im Schatten des Giganten
2025 dominierte NVIDIA mit Rekordzahlen die Schlagzeilen. Doch wer im KI-Boom nur auf Chiphersteller schaute, verpasste die Sensation im Hintergrund. Abseits des Rampenlichts legten Speicherhersteller eine beeindruckende Performance hin, allen voran SanDisk. Der Lieferant von Festplatten und USB-Sticks hatte sich Anfang 2025 final von Western Digital abgespalten und konnte seinen Wert an der Börse bisher fast verneunfachen.
Wie hat SanDisk das geschafft? Die Antwort liegt in der Architektur der Künstlichen Intelligenz. Der schnellste KI-Chip ist nutzlos ohne ein gigantisches und schnelles Gedächtnis. Genau hier schlägt die Stunde von Speicherherstellern wie SanDisk. Erst die modernen Enterprise-SSDs (Solid State Drives), die Flash-Chips statt rotierender Mechanik einsetzen, ermöglichen den massiven Datendurchsatz der Hyperscaler – schneller, robuster und energieeffizienter.
Auch andere Unternehmen aus diesem Bereich profitieren. Der koreanische Halbleiter-Spezialist SK Hynix ist Partner von NVIDIA und war für den Chip-Champion der erste Volumenlieferant der neuesten Generation von Hochleistungsspeichern (HBM3e). Im Rahmen seiner „Multi Source”-Strategie verbaut NVIDIA aber auch Systeme von Micron – und mit über 50 % Umsatzanteil aus der Datacenter-Sparte ist das 1978 als Chipdesigner gegründete Unternehmen längst einer der führenden KI-Infrastruktur-Anbieter. Auch Samsung hat inzwischen technologisch aufgeschlossen. Das Elektronik-Konglomerat aus Südkorea war bei den hochprofitablen HBMs (High Bandwidth Memory) lange Zeit nicht konkurrenzfähig gewesen und hatte mit seinen Speicherlösungen primär das Massengeschäft bedient.
Reich an Öl und trotzdem arm
Rohölförderung ausgewählter Länder im Vergleich

Quelle: US-Energieinformationsbehörde (EIA), Zahlen für Q1-Q3 2025, Short-Term Energy Outlook, Dezember 2025
Die Bilder des von der US-Spezialeinheit Delta Force verhafteten Staatspräsidenten Nicolás Maduro in Handschellen und Brille gehen um die Welt, der gleiche Nike-Trainingsanzug ist kurze Zeit später vielerorts ausverkauft. Dann entern die USA einen entkommenen sanktionierten Tanker im Nordatlantik. Zuvor hatte die russische Marine ein U-Boot und weitere Schiffe der Marine entsandt, um den von den USA sanktionierten Öltanker zu eskortieren. Die Geschichten rund um Venezuela wirken zugleich absurd und abenteuerlich.
Venezuela ist laut der US-Energieinformationsbehörde EIA eines der ölreichsten Länder der Welt. Es verfügt nach eigenen Angaben und Zahlen, die in den Medien und in der Ölindustrie häufig zitiert werden, mit rund 300 Mrd. Barrel* über die weltweit größten „nachgewiesenen” Ölreserven, was etwa 18 % der globalen Reserven entspräche. Doch davon werden aktuell, aufgrund von Missmanagement, teilweise schlechter Ölqualität und nicht zuletzt Korruption, gerade einmal 0,94 Millionen Barrel pro Tag gefördert. Das Land könnte deutlich mehr Öl fördern. Expertinnen und Experten schätzen das Potenzial zwischen 1,1 und 2 Millionen Barrel pro Tag, doch es fehlen Investitionen. Der Vorgänger Maduros, Hugo Chávez, förderte vor 20 Jahren rund 3 Millionen Barrel Öl pro Tag, doch wurden die Gewinne durch Missmanagement kaum in die Ölindustrie reinvestiert.
Hauptursachen der geringen heutigen Produktion sind auch die Verstaatlichung von (ausländischen) Ölkonzernen und US-Sanktionen, die den Zugang zu Finanzmitteln, Technologie und Ersatzteilen behindern. US-Präsident Trump kündigte bereits Investitionen amerikanischer Ölkonzerne an, um sich mehr des schwarzen venezolanischen Goldes zu erschließen. Ihre Aktien zucken schon in der Antizipation. Die Aktie des US-amerikanischen Ölkonzerns Chevron, der als einziger großer amerikanischer Ölkonzern aktuell noch in Venezuela aktiv ist, kletterte seit der Festnahme Maduros um etwa 4 %.
* Es handelt sich hierbei jedoch um eine selbst gemeldete Zahl. Sie wurde von der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), deren Gründungsmitglied Venezuela ist, veröffentlicht, aber nicht überprüft. Eine ganzheitliche und abschließende Bewertung durch unabhängige Expertinnen und Experten wurde bislang nicht durchgeführt.
Reichwerden ist leichter als Abnehmen
In diesem Jahr wird alles besser: Nur noch gesundes Essen, kein Doomscrollen am Handy mehr und jeden zweiten Tag ins Gym. Solche Vorsätze klingen überzeugend, scheitern aber häufig. Das kann am Stress im Alltag, der grandiosen Pizzeria gleich nebenan oder einfach am inneren Schweinehund liegen. Es gibt aber einen guten Vorsatz, der Ihr Leben langfristig verändern kann und gleichzeitig so gut wie keine Selbstdisziplin erfordert.
Wer mit dem Investieren anfangen möchte, muss sich nämlich nicht alle drei Monate durch die neuesten Quartalsberichte von Apple, Microsoft oder Siemens quälen, geschweige denn Ahnung von der Geldpolitik der US-Notenbank haben. Streng genommen ist es nicht einmal nötig, regelmäßig diesen Newsletter zu lesen. Es genügt schon, einen Sparplan auf einen breit gestreuten Welt-ETF anzulegen und sich anschließend entspannt zurückzulehnen. Von nun an investieren Sie in regelmäßigen Abständen einen festen Betrag in den globalen Aktienmarkt.
Für so einen Sparplan ist der Invesco FTSE All-World geeignet. Der ETF investiert in US-Großkonzerne, deutsche Traditionsunternehmen, aber auch in aufstrebende Firmen aus China, Indien und Co. Insgesamt hält er Anteile an mehr als 2.300 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Aufgrund seiner breiten Streuung ist der ETF gerade für diejenigen geeignet, die es einfach mögen und deshalb nur ein Investmentprodukt im Depot haben möchten. Mit laufenden Kosten von 0,15 % pro Jahr ist der Invesco FTSE All-World zudem vergleichsweise günstig. Und wer seinen ersten Vorsatz für 2026 jetzt in die Tat umsetzen möchte, könnte direkt loslegen – bevor der innere Schweinehund doch noch die Oberhand gewinnt.
Bei einer Anlage in diesen Fonds handelt es sich um den Erwerb von Anteilen an einem passiv verwalteten, indexnachbildenden Fonds und nicht um den Erwerb der Vermögenswerte, die vom Fonds gehalten werden.
Wechselbonus: Holen Sie Ihr Geld nach Hause – nur noch bis 15. Januar
Haben Sie noch Wertpapiere in einem anderen Depot? Oder vielleicht schlecht verzinstes Guthaben bei einer anderen Bank? Womöglich suchen auch Ihre Freunde oder Verwandten gerade nach einer neuen digitalen Vermögensverwaltung. Dann ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, um zu Scalable zu wechseln.
Wer bis zum 15. Januar den Wertpapier-Übertrag anstößt und/oder Guthaben einzahlt, kann sich bis zu 2.500 € Bonus sichern. Die genauen Informationen finden Sie auf unserer Website.
Bye bye Buffett
Zum Jahresstart empfehlen wir unsere neuste Folge Beyond the Noise. Wir lassen die typischen Kursziele links liegen und blicken stattdessen auf die strukturellen Verschiebungen im Markt. Bei Berkshire Hathaway endet die Ära der Romantik und weicht nackter Effizienz, während NVIDIA und Uber zeigen, dass autonomes Fahren keine Lifestyle-Fantasie ist. Wir zeigen auf, warum in dieser neuen Phase Stabilität das neue „Wachstum“ ist.
Quellen: Scalable and dpa-AFX