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Bits & Pieces

Edition #279 | 15.05.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Christian W. Röhl | Podcast | Allianz | Chart der Woche | KI-ETFs | Scalable News

Beim Landeanflug auf Peking kann Donald Trump sie sehen: Die größte Mauer, die die Menschheit je gebaut hat. Obwohl der US-Präsident mit Vorliebe von seiner eigenen „big, beautiful wall“ spricht, dürfte es beim Staatstreffen in China nicht um die Baukünste des Landes, sondern um handfeste Geopolitik gehen. Und die CEOs an Bord der Air Force One hoffen auf lukrative Deals. Weitere Bausteine unseres Newsletters: Allianz-Zahlen, Tech-ETFs, Secondhand-Umsätze und das kommende Altersvorsorgedepot.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 08.05.2026 und 14.05.2026.

Im Fokus: Münchener Rück

Beim größten Rückversicherer der Welt sinken Preise und Prämienvolumen. Diese Kombination drückt den Kurs. Da half auch der höhere Gewinn in Q1 nicht. Mit abgestraft trotz mehr Prämienvolumen: Konkurrentin Hannover Rück. Im Scalable Broker wird der Dip gekauft.


Märkte und Makro

Bullenmarkt trotz Bremsklötzen

Die Tech-Euphorie hält an. US-Indizes wie der Nasdaq 100 oder der S&P 500 haben diese Woche neue Höchststände erreicht. Die Makro-Daten zeigen jedoch ein gemischtes Bild:

Zinswende in weiter Ferne: Die US-Inflationsrate stieg im April auf 3,8 % – der höchste Stand seit drei Jahren. Die Preistreiber: Kraftstoffe (die Straße von Hormus lässt grüßen), Strom und Lebensmittel. Die Leitzinsen werden also wohl noch länger nicht sinken. Daran dürfte auch der neue Fed-Chef Kevin Warsh, der am heutigen Freitag vereidigt wird, vorerst nichts ändern können. Zumal der US-Arbeitsmarktbericht mit 115.000 neuen Stellen besser ausgefallen ist als erwartet.

Geopolitik in Peking: US-Präsident Donald Trump befindet sich derweil auf Staatsbesuch in China. Am Donnerstag traf er Staatspräsident Xi Jinping, dem eine Frage unter den Nägeln brennen dürfte: Wann fließt endlich wieder Öl durch die Straße von Hormus? China war vor Beginn des Irankriegs der Hauptabnehmer iranischen Öls. Die Volksrepublik plane, Öl aus den USA zu kaufen, so Trump.

Mega-Deal: Trump wird auf seiner Reise von mehreren hochrangigen CEOs begleitet, darunter auch der Chef des US-Flugzeugbauers Boeing, Kelly Ortberg. Laut Trump werde China 200 Boeing-Maschinen bestellen – es wäre eine der größten Orders der Firmengeschichte.


Berkshire Hathaway

Der Altersvorsorge-Booster

Es hätte schon vor 20 oder 30 Jahren passieren müssen, aber besser spät als nie: Mit der Zustimmung des Bundesrates hat das Altersvorsorgedepot in der vergangenen Woche auch die letzte parlamentarische Hürde genommen.

Ab dem 1. Januar 2027 braucht es keine teuren Garantien oder Versicherungsmäntel mehr, um staatliche Förderung für die private Altersvorsorge zu erhalten. Auch für einen kostengünstigen ETF-Sparplan gibt es bis zum Höchstbetrag von 1.800 € pro Jahr bis zu 30 % Zuschuss – ein veritabler Booster für den Vermögensaufbau, wie der Scalable Altersvorsorgerechner zeigt.

Gleichzeitig kann das Altersvorsorgedepot nur der Anfang sein, um den Kapitalmarkt in die Mitte der Gesellschaft zu bringen. Weitere Schritte müssen folgen: Spätestens im Herbst dürfte der Gesetzentwurf zur Frühstart-Rente vorliegen. Dazu braucht es auch in der betrieblichen Altersvorsorge mehr kapitalgedeckte Elemente – und mit Blick auf die erste Säule bleibt das schwedische Modell der Aktienrente ein Vorbild.

Aber auch diejenigen, die längst in Aktien und ETFs investieren, dürfen nicht vergessen werden: Eine substanzielle Anhebung der noch immer unter dem Niveau von 2006 liegenden Sparerfreibeträge wäre ein ebenso einfacher wie wirkungsvoller Hebel auf den Zinseszinseffekt.


Podcast

Warum Susan Levermann Hebelprodukte als eine schlechte Botschaft für die eigene Seele bezeichnet und wie die preisgekrönte Ex-Fondsmanagerin auf ihre Karriere zurückblickt, erfahren Sie in der neuen Folge von Asset Class. Gemeinsam mit Christian W. Röhl spricht sie über ihren 13-Punkte-Score und darüber, was sich hinter ihrer Philosophie des „gewaltfreien Investierens“ verbirgt.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Allianz

Dividenden-Maschine

Die Allianz belohnt ihre Investierenden massiv. Am 12. Mai war Dividenden-Zahltag – mit 17,10 € pro Aktie und 17 Jahren in Folge ohne Kürzung. Der Versicherer fuhr im ersten Quartal 2026 mit 4,5 Mrd. € einen operativen Rekordgewinn ein – 6,6 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

  • Wachstum: Die Konzernsparte Schaden- und Unfallversicherung erzielte im ersten Quartal ein internes Wachstum von 6,8 %. Der operative Gewinn stieg um 11,1 %. Die Sparte Lebens- und Krankenversicherung verschlechterte sich hingegen. Das operative Ergebnis sank um 5,1 %. Die dritte Säule, das Asset Management, wuchs intern um 12,7 %. Auch geografisch ist die Allianz breit aufgestellt: unter anderem in Indien, Afrika und den USA.
  • Interne KI-Optimierung: Die Allianz will in Prozessen und im Kundenservice effizienter werden. Allein im Jahr 2025 investierte der Versicherer 6,5 Mrd. € in die Digitalisierung und die hauseigene IT-Infrastruktur, etwa für die interne KI „AllianzGPT“.
  • Solide Bilanz: Die Allianz hat eine Solvabilitätsquote von 221 %. Das heißt: Sie hat das 2,21-fache des gesetzlich geforderten Mindestkapitals als Sicherheitspolster für Krisen zurückgelegt.

Doch bei allem Rückenwind gibt es natürlich auch Risiken. Aufgrund von weltweit steigenden Unternehmensinsolvenzen steht die Kreditversicherungstochter Allianz Trade unter Druck. Dennoch: Die Aktie hat sich in den letzten Jahren als stabiler Dividendenwert bewiesen und bietet aktuell eine Dividendenrendite von rund 4,1 %.


Chart der Woche

Vinted: Aussortiert und aufpoliert

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Quellen: Business of Apps – Retail Apps Report 2024, Vinted

Secondhand ist ein Milliardengeschäft. Das hat Vinted bewiesen. Im letzten Jahr erwirtschaftete das litauische Unternehmen insgesamt 1,1 Mrd. € an Umsatz. 2016 stand die in Deutschland ehemals als „Kleiderkreisel“ bekannte Online-Handelsplattform kurz vor der Pleite. Doch Thomas Plantenga brachte als neuer CEO den Turnaround:

  • Gebühren-Shift: Die Abschaffung der Verkaufsgebühren und die Einführung der Käuferschutzgebühr kurbelten das Angebot auf der Plattform massiv an.
  • Globale Expansion: Vinted ist heute in über 20 Ländern aktiv und hat nun auch den Sprung auf den US-Markt gewagt.

Vinted hat ein starkes Asset-Light-Geschäftsmodell. Es lagert den logistischen Aufwand an die Kundschaft aus und agiert lediglich als Treuhänder, der die Verkaufseinnahmen sicher in einer virtuellen Geldbörse parkt, bis das Paket ankommt.

Die Aussichten für den Secondhand-Markt sind gut: Laut einer Studie von KPMG soll er bis 2030 auf ein Volumen von 26 Mrd. € anwachsen; 2024 waren es rund 16 Mrd. €. Die Gerüchteküche um einen IPO brodelt, doch Sie können bereits jetzt über den Scalable Broker in den europäischen Secondhand-Marktführer investieren, denn Vinted wurde in den BlackRock Private Equity Fund* aufgenommen.

*Es bestehen Liquiditätsbeschränkungen. Beachten Sie die spezifischen Produktinformationen.


KI-ETFs

Milliarden für den Serverraum

Früher haben sie Cash gebunkert und Aktien zurückgekauft. Jetzt stecken Alphabet, Microsoft, Meta und Amazon das Geld in KI-Infrastruktur. Allein dieses Jahr sollen es 725 Mrd. $ werden. Und die Börse trägt diesen Kurs insgesamt mit: Nachdem viele Tech-Unternehmen die Markterwartungen geschlagen haben, hat die KI-Rally nochmal richtig Fahrt aufgenommen.

Von diesem Momentum profitiert der iShares AI Infrastructure. Dessen Fokus liegt auf den Schaufelverkäufern des KI-Goldrauschs. Ohne Netzwerkchips von Broadcom oder Router und Switches von Cisco läuft auch das modernste Rechenzentrum nicht.

Einen breiteren Ansatz fährt der Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data. Der ETF enthält Chip-Hersteller und Hyperscaler, aber ebenso Software-Firmen und Netzbetreiber. Trotz eines US-Gewichts von knapp drei Vierteln spielen hier auch asiatische Zulieferer eine Rolle: Der größte Einzelwert im ETF ist derzeit Samsung. Beim halbjährlichen Rebalancing werden solche Schwergewichte auf 4,5 % begrenzt.

Der Amundi STOXX Europe 600 Technology hingegen investiert in die größten börsennotierten Tech-Unternehmen des alten Kontinents. 30 % des ETFs entfallen allein auf die niederländische ASML, ohne deren Lithografie-Systeme die ganze Chipindustrie stillstehen würde. Danach folgen die DAX-Konzerne SAP mit 12 % und Infineon mit 10 %.

Auch Welt-Indizes profitieren vom KI-Boom. Im Vanguard FTSE All-World dürfte das Tech-Exposure inklusive der industriellen KI-Profiteure wie GE Vernova oder Siemens Energy deutlich über 40 % liegen.


Produkt-Highlight

Kampfpreis beim Klassiker

Alle kennen ihn, fast alle haben ihn. Wer einen ETF auf den MSCI World besitzt, dürfte das zuletzt nicht bereut haben. In den vergangenen zehn Jahren hat der Industrieländer-Index im Durchschnitt eine jährliche Rendite von über 12 % erzielt. Der Performance-Motor waren dabei hauptsächlich die USA. Hyperscaler wie Microsoft oder Alphabet und der Chip-Gigant NVIDIA zogen den Index. Auch für die KI-Revolution scheint Big Tech mit seinem Know-how und den gigantischen Cash-Reserven gut positioniert zu sein.

Wenn ein Produkt gut funktioniert, sollte man bekanntermaßen nicht zu viel daran rumschrauben. Das hat sich der ETF-Anbieter Invesco zu Herzen genommen und an seinem 2009 aufgelegten Klassiker nur eine Sache verändert – die TER. Seit Anfang April ist der thesaurierende ETF nämlich zum Kampfpreis erhältlich: Die Gesamtkostenquote beläuft sich nur noch auf 0,05 % pro Jahr. Damit handelt es sich derzeit um einen der günstigsten MSCI World ETFs auf dem Markt. Mit einem Fondsvolumen von fast 6,5 Mrd. € ist der Invesco MSCI World UCITS ETF Acc zudem ein echtes Schwergewicht.

Hier geht’s zum ETF


SCALABLE NEWS


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Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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