Bits & Pieces
Edition #271 | 20.03.2026
Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Seltene Erden | Chart der Woche | Lateinamerika-ETFs
Diese Woche stand ganz im Zeichen der Notenbanken. Ihr Fokus liegt zwar auf der Realwirtschaft und eigentlich nicht auf unseren Depots. Doch hängen wir Anlegende gerade in Zeiten hartnäckiger Inflation (Danke, Ölpreis!) an den Lippen von Jerome Powell und Christine Lagarde. Abseits der Zinspolitik spielt die Musik noch ganz woanders: Lateinamerika hofft, denn im Juli laufen die Basiszölle aus – sofern der US-Kongress sie nicht bestätigt. Beim geopolitischen Ringen um Seltene Erden mischt ein australischer Bergbauer ganz vorne mit, und im Entertainment-Sektor stiehlt YouTube Micky Maus die Show.
Verkauft
Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 13.03.2026 und 19.03.2026.
Wie Sie sehen, sehen Sie nichts
Die Märkte hassen Unsicherheit. Auch, wenn es um die Zinspolitik der Fed geht – die allerdings alles daran setzt, Überraschungen zu vermeiden. Denn wieder mal lag der Marktteilnehmer richtig: Sie rechneten mit keiner Veränderung des Leitzinses, und genauso kam es. Die Zinsen bleiben mindestens bis zur nächsten Sitzung unverändert, in der Spanne von 3,5 bis 3,75 %. Die EZB tat es der Fed nach und ließ die Leitzinsen unverändert bei 2 % (Einlagefazilität). Es ist bereits ihre sechste Zinspause in der Serie seit Juli 2025. Beobachter rechnen aber mit einem mittelfristigen Kurswechsel.
Die Fed richtet ihren Kurs nicht an den Aktienmärkten aus, sondern verfolgt zwei Kernziele: Vollbeschäftigung und Preisstabilität. Dennoch wirken sich ihre Entscheidungen unmittelbar auf die Kapitalmärkte aus und bestimmen, ob Anlegende Risiko suchen oder meiden. Die zuletzt wieder gestiegenen Anleiherenditen im Euroraum spiegeln diese Unsicherheit wider – und signalisieren, dass Investoren mit anhaltend hohen Zinsen rechnen.
Ein großer Unsicherheitsfaktor für Volkswirtschaften und Notenbanken weltweit bleibt die geopolitische Lage. Die Situation im Nahen Osten sorgt für Nervosität, wobei Fed-Chef Powell anmerkte, dass es noch zu früh sei, um die genauen wirtschaftlichen Auswirkungen abzuschätzen.
Die Kombination aus hartnäckiger Inflation, hohen Zinsen und geopolitischer Unsicherheit hat am Markt einen klaren „Risk-Off“-Modus ausgelöst. Nicht einmal Edelmetalle oder Staatsanleihen, die sonst als sichere Häfen gelten, können sich dem entziehen. Trotz des Kriegs am Golf steigen die Renditen in den USA und Deutschland weiter an, weil Anlegende sich auf Zins- und Inflationsrisiken fokussieren.
Zölle, Krisen und gestörte Lieferketten: Wie kommt die DHL Group damit klar? Mit „Mister Post“ Martin Ziegenbalg – verantwortlich für die Investoren-Kommunikation – spricht Christian W. Röhl über das globale Logistik-Imperium. Wir klären auf: Ist Amazon nun der wichtigste Kunde oder der gefährlichste Konkurrent? Und ist die Dividendenrendite von 4 % nachhaltig?
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From a land down under
Der Westen will seine Abhängigkeit von China bei Seltenen Erden verringern. Diese Gruppe von 17 Metallen ist essentiell für zahlreiche Zukunftstechnologien – von Dauermagneten in Windrädern und E-Autos über Flugzeuge bis hin zu Smartphones und Glasfaserkabeln. In einem F-35-Kampfjet stecken Schätzungen zufolge mehrere hundert Kilogramm dieser „Nährstoffe“ der modernen Industrie.
Mit dieser technologischen Relevanz geht geopolitische Brisanz einher: China dominiert nahezu die gesamte Wertschöpfungskette – vom Abbau bis zur Veredelung. Durch Exportbeschränkungen und aggressive Preispolitik kann Peking den Westen gezielt unter Druck setzen und aus dem Markt drängen.
Einer der wenigen westlichen Gegenpole ist Lynas Rare Earths aus Australien. Das Unternehmen beliefert Japan und sogar das US-Verteidigungsministerium mit Seltenen Erden für strategische Hightech-Anwendungen wie Raketensysteme oder Präzisionselektronik.
Da westliche Regierungen zunehmend Förderprogramme für alternative Lieferketten auflegen, profitieren Produzenten außerhalb Chinas doppelt – durch politische Unterstützung und steigende Marktpreise.
Lynas könnte seine Rolle als westlicher Hauptlieferant weiter ausbauen. Nach einem schwierigen Umbruch hat der Bergbauer den Umsatz seit dem Geschäftsjahr 2024/25 wieder deutlich gesteigert. Das Unternehmen hält eine Bruttomarge von rund 39 % und eine geringe Verschuldung aufrecht. Trotz rückläufiger Produktion stieg der Umsatz dank höherer Verkaufspreise jüngst deutlich an – im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 um über 40 % auf rund 140 Mio. $. Das neue Abnahmeabkommen mit dem Pentagon im Umfang von 140 Mio. $ könnte zu stabilen Erlösen beitragen.
Micky Maus rutscht auf Platz 2
Die Top 6 Medienmarken (Jahresumsatz für 2025 in Mrd. $)

Quelle: MoffettNathanson, 2026
Palmen, Hollywood und bunte Roben auf dem roten Teppich – die Oscars sind vorbei und Leonardo DiCaprio räumte gleich mehrfach ab. Nur nicht als Hauptdarsteller. Aber wie sieht es aktuell eigentlich hinter den Filmkulissen aus? Dort sorgt der Bieterkampf um Warner Bros. für Schlagzeilen: Für 111 Mrd. $ übernimmt Paramount den Studio-Giganten und setzt sich damit gegen Netflix durch.
Außerdem hat die Alphabet-Tochter YouTube nun Disney den Rang abgelaufen. Durch das Werbegeschäft erzielte YouTube letztes Jahr einen Umsatz von 40,4 Mrd. $, hinzu kamen 21,9 Mrd. $ Abo-Erlöse. Der Erfolg der Video-Plattform hat viele Gründe, darunter: Dominanz auf Smartphones, Computern und Fernsehern, Premium-Abos und einfache Werkzeuge für Content Creators. Darüber hinaus hat sich YouTube auch im boomenden Podcast-Markt zu einem der Marktführer entwickelt. Zudem tragen die Creators das finanzielle und kreative Risiko, wodurch das Content-Angebot bei marginalen Fixkosten stetig wächst. Der Algorithmus sorgt zusätzlich für einen personalisierten Endlos-Feed, sodass User möglichst lange auf der Seite bleiben.
Ein Kontinent wartet auf den Juli
In Lateinamerika wird seit Februar gejubelt: Da hatte der US-Supreme Court die Strafzölle von Donald Trump als verfassungswidrig erklärt. Donald Trump reagierte zwar mit einem neuen globalen Basiszoll von 15 %. Dieser gilt aber nur für 150 Tage und läuft ohne Zustimmung des Kongresses Ende Juli aus. Zudem gibt es Ausnahmen für Metalle, Agrar und Pharma. Besonders der Bergbau ist für den Kontinent wichtig: Ob Kupfer für die globalen Stromnetze oder Lithium für Millionen neue E-Auto-Akkus – Südamerika sitzt auf einer gewaltigen Menge dieser Bodenschätze.
Mit dem iShares MSCI EM Latin America holen Sie sich die wichtigsten Schwellenländer des Kontinents ins Depot – angeführt von Brasilien mit rund 60 % Portfolio-Anteil. Mexikanische Aktien stellen rund ein Viertel, der Rest entfällt auf Chile, Peru und Kolumbien. Trotz der zuletzt starken Performance ist der Index nur mit dem 12-Fachen der für dieses Jahr erwarteten Firmengewinne bewertet und damit günstiger als etwa die asiatischen Schwellenländer – hier ist es das 14-Fache.
Wem der ganze Korb zu bunt ist, kann mit dem Amundi MSCI Brazil gezielt auf das Schwergewicht Südamerikas setzen. Mit Petrobras verfügt das Land über einen der zehn größten Öl- und Gaskonzerne der Welt, holt zugleich aber auch bei erneuerbaren Energien auf. Im ETF gibt mit über 37 % der Finanzsektor den Takt an – darunter die Digitalbank Nu Holdings, die nun sogar in die USA expandiert.
Die Alternative ist Mexiko als Hauptprofiteur des „Nearshoring“-Trends: In den vergangenen Jahren hatten viele Firmen Produktionsstätten aus Asien nach Mexiko verlegt – nicht von ungefähr gingen zuletzt über 80 % der mexikanischen Ausfuhren in die USA. Nun allerdings sorgt die anstehende Neuverhandlung des USMCA-Freihandelsabkommens für Unsicherheit. Risikomindernd wirkt dabei die breite Branchenstreuung des Xtrackers MSCI Mexico: Zu den Top-Werten zählen nicht nur Rohstoff- und Finanztitel, sondern auch defensive Aktien wie Walmart de Mexico oder die Telefongesellschaft America Movil.
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Quellen: Scalable und dpa-AFX