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Nach über zwei Jahren Hochzinsphase zur Eindämmung der Teuerung will die Europäische Zentralbank das Geld wieder stückweise billiger machen. Was die Zinswende für Aktien, Anleihen und Kredite bedeutet und welche Chancen sie bietet, lesen Sie in diesem Newsletter. Zudem gibt es wie immer Investmentideen mit Aktien und ETFs. Wie Sie im Scalable Broker mit Wertpapierlisten auf Entdeckungsreise gehen, sehen Sie in einem kurzen Video.


Main Street Capital

Hauptstraße zum Private-Equity-Investment

Die US-amerikanische Investmentgesellschaft Main Street Capital beteiligt sich in erster Linie an Mittelstandsunternehmen (Private Equity) und stellt ihnen Kredite zur Verfügung (Private Debt). Die Aktie ist insbesondere als Dividendenwert beliebt und glänzte in der Vergangenheit mit einer hohen Dividendenrendite. Main Street Capital schüttet dabei monatlich seine Gewinne aus, was Aktionärinnen und Aktionären einen regelmäßigen Geldfluss für ihr passives Einkommen bringt. Über die Aktie haben Investierende zudem die Möglichkeit, indirekt in nicht an der Börse notierte Unternehmen zu investieren.



Aber Europa ist eben auch eine große Erleichterungsmaschine. Das Schlechtreden, die EU sei ein Bürokratie-Beschaffungsapparat, ist in großen Teilen Polemik und entspricht nicht der Wahrheit.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis90/Die Grünen) im Interview mit „Augsburger Allgemeine“ am 04.06.2024


Märkte & Makro

EZB leitet Zinswende ein

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Leitzinsen wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte gesenkt. Der für die Höhe der Zinsen auf Tagesgeldkonten entscheidende Einlagenzins liegt nun bei 3,75 Prozent. Zwei weitere Zinssenkungen könnten in diesem Jahr noch folgen, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Und das, „obwohl die EZB ihre liebe Not hat, die Inflation weiter zu drücken, geschweige denn zügig das Zwei-Prozent-Inflationsziel zu erreichen.“

Die Inflationsrate im Euroraum war im Mai wieder leicht auf 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum angestiegen. Auch die Kerninflation, die stark im Preis schwankende Güter wie Lebensmittel und Energie ausklammert, kletterte. Für Karsten Junius, Chefvolkswirt der Privatbank J. Safra Sarasin, liegt das vor allem an der starken Lohnentwicklung.

Welche Auswirkungen wird die Zinssenkung haben? Nicht nur die Tagesgeldzinsen und Privat- und Immobilienkredite hängen an den Leitzinsen der EZB, sondern auch die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Staaten. Sinkende Leitzinsen machen Schuldverschreibungen wie Anleihen weniger attraktiv, da sie weniger Zinsen abwerfen. Unternehmen hingegen können sich zu günstigeren Konditionen refinanzieren, beispielsweise, um geplante Investitionen umzusetzen, was sich in der Regel bullish auf die Aktienmärkte auswirkt und insbesondere kreditfinanzierten Wachstumsunternehmen hilft.

Am heutigen Freitagnachmittag legt die US-Regierung ihren offiziellen Arbeitsmarktbericht für Mai vor. Die Märkte erwarten 180.000 neu geschaffene Jobs und eine unveränderte Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent. Ein schwächerer Arbeitsmarkt wäre ein weiterer Hinweis auf eine abkühlende Konjunktur, würde der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) aber auch mehr Spielraum für mögliche Leitzinssenkungen geben.

Die Deutsche Börse hat ihre Indizes überprüft: In der ersten deutschen Börsenliga DAX gibt es keine Änderungen. In der zweiten Reihe ziehen der Tourismus-Riese TUI und der Großküchenausrüster Rational neu in den MDAX ein. Volkswagens Lkw-Tochter Traton steigt aus dem Nebenwerteindex SDAX in den MDAX auf und macht dadurch Platz für die Parfümeriekette Douglas, die nach ihrem Börsengang den Sprung in den SDAX schafft.


UNTERNEHMENSSOFTWARE

SAP verspricht mehr vom Kuchen

Der deutsche Weltmarktführer für Unternehmenssoftware SAP will mehr von seinem Gewinn ausschütten. So sollen jährlich mindestens 40 Prozent des Nettogewinns als Dividende an Aktionärinnen und Aktionäre fließen. Mit der Vorgabe sollen die Schwankungen der Dividendenauszahlungsquote verringert und ein engerer Bezug zwischen Dividendenausschüttung und Konzernergebnis hergestellt werden.

Der Gewinn wird bei SAP auch für Investitionen verwendet. Für 1,5 Milliarden US-Dollar kauft SAP nun das israelische Unternehmen WalkMe. Mit seinen digitalen Lösungen hilft WalkMe Unternehmen dabei, neue Software einfacher einzusetzen. Für SAP ist eine Einführung der sogenannten DAP-Technologie (Digital Adoption Platform) wichtig, um zu erkennen, ob das Arbeiten mit der SAP-Software bequem zu erlernen ist.


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CYBERSICHERHEIT

Rasantes Wachstum

In der Formel 1 fährt CrowdStrike regelmäßig ganz vorne mit – aber nur, wenn es kracht. Der US-Spezialist für Cybersicherheit sponsert nämlich keinen Rennstall, sondern das Safety-Car, hinter dem sich alle Rennfahrzeuge nach einem Unfall einreihen müssen. Für Sicherheit sorgt CrowdStrike auch bei Unternehmen, die es unter anderem mit Virenschutz-Software und Firewalls ausstattet. Wer sich für das Premium-Paket „Falcon Elite“ entscheidet, holt sich sogar Echtzeitschutz durch künstliche Intelligenz (KI) an Bord.

Cybersicherheit und KI? Das klingt nicht nur nach einem Wachstumsunternehmen. Im ersten Quartal steigerte CrowdStrike seinen Umsatz um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 921 Millionen US-Dollar. Die Märkte hatten nur mit knapp 905 Millionen US-Dollar gerechnet. Und obwohl CrowdStrike deutlich mehr für Forschung und Entwicklung sowie Marketing ausgab, erzielte es einen Nettogewinn von 46,3 Millionen US-Dollar, nach nicht mal einer halben Million US-Dollar im Vorjahresquartal.

Wie geht es weiter? Für das laufende Quartal hob CrowdStrike seine Umsatzerwartung auf die Spanne von 958 bis 961 Millionen US-Dollar an. Auch für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen, das vor fast genau fünf Jahren an die Börse ging, mit etwas besseren Zahlen. Seit dem IPO im Juni 2019 hat sich der Wert der CrowdStrike-Aktie mehr als verfünffacht. Mit einem Börsenwert von rund 83 Milliarden US-Dollar ist es mittlerweile hinter dem US-Wettbewerber Palo Alto Networks das zweitgrößte IT-Sicherheitsunternehmen der Welt.


Chart der Woche

Weltweites Gesamtvolumen von Aktienrückkäufen und Dividenden

(in Milliarden US-Dollar)

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Quelle: Janus Henderson Global Dividend Index 41, Mai 2024

Dividenden sind nicht alles

Der Value-Investor Warren Buffett streicht gerne Dividenden ein. Seine Holding Berkshire Hathaway hat jedoch noch nie Gewinne ausgeschüttet, obwohl sie Ende März auf einem Cash-Bestand von 189 Milliarden US-Dollar saß. Buffett bevorzugt eine andere Methode, Aktionärinnen und Aktionären an den Gewinnen seines Unternehmens zu beteiligen: Aktienrückkäufe.

Das bedeutet, dass Unternehmen eigene Aktien kaufen und vernichten. Das verkleinerte Angebot erhöht den Wert der verbliebenen Aktien. Über Rückkäufe wurden Anlegende im vergangenen Jahr weltweit mit 1,1 Billionen US-Dollar an den Gewinnen von börsennotierten Unternehmen beteiligt. 2022 waren es sogar 1,3 Billionen US-Dollar – nur etwas weniger als durch Dividenden.

Ein großer Vorteil von Aktienrückkäufen: Aktionärinnen und Aktionäre müssen sie im Gegensatz zu Ausschüttungen nicht versteuern. Nachteil: Sie können auch nicht selbst über die Verwendung der Gewinnbeteiligung bestimmen. Wer einen passiven Einkommensstrom generieren möchte, ist deshalb mit Dividenden besser bedient.


ETFs im Fokus

Mid-Caps mit Aufholpotenzial

Die Leitzinserhöhungen der Zentralbanken seit dem Frühjahr 2022 sorgten für ein schlechteres Investment-Klima für Aktien gegenüber dem Kreditgeschäft mit Anleihen. Die Zinssteigerungen machten vor allem Mid-Cap- und Small-Cap-Aktien unattraktiver, denn höhere Zinsen bedeuten höhere Kosten für Investitionen über Kredite. Hohe Zinsen wirken wie eine Bremse für die Expansion der kleinen und mittelständischen Wachstumsunternehmen. Mit sinkenden Zinsen rücken Mid-Cap- und Small-Cap-Aktien wieder stärker in den Fokus der Anlegenden. Für die Jahre 2025 und 2026 erwartet der Analystenkonsens aktuell für den MDAX Wachstumsraten zwischen 18 und 29 Prozent – rund 10 Prozentpunkte mehr als für den DAX, in dem sich Large-Caps tummeln. Beliebte Mid-Cap-ETFs im Scalable Broker sind:


HÖRTIPP

Nemetschek, SAP und Big in Taiwan

Die deutsche Softwarefirma Nemetschek kauft einen US-Konkurrenten für relativ kleines Geld und SAP-Vertreter äußern sich auf einer Messe positiv zur Entwicklung der eigenen Firma. Außerdem geht es in unserem Partner-Podcast darum, wer eigentlich der reichste Mensch Taiwans ist. Hören Sie rein bei Apple, Deezer, Spotify oder RTL+.

Quellen: Scalable and dpa-AFX

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