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Bits & Pieces

Edition #293 | 21.08.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Klarna | Chart der Woche | ETFs | Altersvorsorge im Fokus | Medientipp

Der rasante Aufstieg des chinesischen Chipherstellers CXMT zum wertvollsten Börsianer des Roten Reiches zeigt, wie Peking seine staatlich geförderte Halbleiter-Autarkie weiter ausbaut. Längst bestimmt den Wettbewerb mit den USA nicht mehr nur die beste Innovation, sondern die Frage nach der Finanzierung. Dass NVIDIA die Nachfrage nach seinen Chips ganz einfach selbst finanziert, zeigt die Offenlegung seiner Holdings. Offen ist indessen, wann das “Buy Now, Pay Later”-Fintech Klarna seinen Turnaround schafft. Und: Dividenden-ETFs im Fokus.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 14.08.2026 und 20.08.2026.

Im Fokus: Tkms

Bereits das zweite Mal hat der Marineschiffbauer Tkms seine Prognose erhöht. Wegen steigender Militärausgaben können sich die Kieler vor Bestellungen kaum retten, ein kanadischer Großauftrag über 12 U-Boote ist so gut wie besiegelt. Für das bis September laufende Fiskaljahr 2025/26 wurde das erwartete Umsatzplus von 2 % bis 5 % auf 10 % bis 12 % hochgeschraubt.


Märkte und Makro

Wie Chinas Staatsliquidität den Halbleiterboom anheizt

Während US-Big-Tech ihre KI-Expansion in einem Umfeld steigender Staatsverschuldung und hoher Kapitalkosten stemmen muss, genießen chinesische Rivalen den Vorteil staatlich gelenkter, günstiger Binnen-Liquidität. Das ist kein reiner Wettbewerb um die beste Technologie mehr, sondern ein ungleicher Kampf der Finanzierungssysteme.

Teurer Schuldenberg: Die Renditen für US-Bonds steigen seit knapp zwei Monaten massiv an und verteuern die Refinanzierung der ausufernden US-Staatsschulden drastisch. Finanzminister Scott Bessent musste nun eingreifen. Die US-Regierung verdoppelt ihre Anleihekäufe, um die Renditen zu deckeln. Dieser Schritt brachte nur eine kurze Entlastung: Die Renditen kletterten gestern weiter leicht nach oben. Vor dem Hintergrund wachsender Sorgen notiert die Rendite 30-jähriger Treasuries auf dem höchsten Stand seit 2003. Das zwingt auch die Unternehmen in die Knie, wenn sie ihr Wachstum finanzieren wollen.

Chinas staatlich geförderte Halbleiter-Autarkie: Während US-Konzerne hohe Zinsen bieten müssen, um am freien Kapitalmarkt Anlegende anzulocken, versorgt Peking seine heimischen Akteure mit staatlichen Fonds und billigen Binnen-Krediten. Und so kann der teilverstaatlichte Speicherchipshersteller CXMT leichtfüßig aufsteigen zum wertvollsten börsengelisteten Konzern Chinas. Unitree erzählt eine ähnliche Geschichte: Der weltweit größte Hersteller von humanoiden Robotern legte diese Woche ein spektakuläres Börsendebüt hin mit einem Plus von mehr als 600 % nach Handelsstart. Im globalen Hochzinsumfeld müssen chinesische Tech-Aktien nun jedoch beweisen, dass ihre fundamentalen Erträge mit den ambitionierten Binnen-Bewertungen Schritt halten können.


Podcast

Das größte Risiko für Ihr Vermögen? Das sind Sie selbst! Genau hier setzt Christine Laudenbach an: Die Professorin und Verhaltensökonomin erforscht unser Verhältnis zu Geld und die Psycho-Fallen beim Investieren. Zu Gast bei Christian W. Röhl klärt sie auf, warum viele Investieren als stressigen Nebenjob begreifen und wie „Akzeptanzresilienz“ dabei helfen kann, diese Hürde zu nehmen.

Hier geht’s zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Klarna

Buy now, pray later

Während Analysten für das zweite Quartal einen Verlust vorausgesagt haben, überraschte der “Buy Now, Pay Later”-Pionier Klarna mit schwarzen Zahlen. Das Fintech erzielte von April bis Juni einen Nettogewinn von 9 Mio. $ nach einem Verlust von 53 Mio. $ im Vorjahr. Stärkster Wachstumstreiber der Schweden war der US-Markt.

Trotz dieser Nachricht rauschte die Aktie in den Keller. Der Grund: eine gestutzte Prognose. Zahlungsausfälle, Konsumflauten – insbesondere auf dem Kernmarkt Deutschland – sowie wiederholte Managementwechsel drücken auf den Wachstumskurs. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Klarna nun einen Umsatz von bis zu 4,16 Mrd. $ nach zuvor prognostizierten 4,34 Mrd. $. Analysten hatten mit 4,42 Mrd. $ gerechnet.

Da Anlegende nun mal die Zukunft handeln, sind starke Ergebnisse in der Vergangenheit schnell vergessen. Das Papier setzt damit seine Talfahrt seit dem Börsendebüt im September 2025 fort.


Chart der Woche

Riskantes KI-Geflecht

NVIDIAs börsennotierte US-Beteiligungen

Chart der Woche

Quelle: NVIDIA, SEC

Vom Hardware-Hersteller zum Kapitalgeber. Der Halbleiterriese NVIDIA pumpt Milliarden in KI-Unternehmen, die diese Finanzspritzen dann in Bestellungen für hochpreisige NVIDIA-Chips umwandeln. Diese Kreislaufwirtschaft führt zu Rekordumsätzen in NVIDIAs Büchern. Welches Ausmaß das angenommen hat, zeigt die jüngste Pflichtmitteilung der US-Börsenaufsicht.

Insgesamt beläuft sich NVIDIAs US-Aktienportfolio auf rund 63,4 Mrd. $. Etwa 80 % des Gewichts entfallen auf zwei Schwergewichte: Prozessorhersteller Intel liegt mit einem Beteiligungswert von knapp 30 Mrd. $ auf Platz 1, es folgt Elon Musks Raketenschmiede SpaceX mit rund 21 Mrd. $. Das KI-Dickicht im Portfolio umfasst außerdem Neocloud-Anbieter wie CoreWeave oder Nebius, KI-Startups und Rechenzentren-Betreiber. Der SEC-Bericht zeigt nur Beteiligungen von in den USA gelisteten Akteuren, NVIDIA investiert außerdem in eine Vielzahl von Firmen außerhalb der Börse und der Staaten.

NVIDIA subventioniert somit seine eigene Nachfrage. Solange der Rechenbedarf steigt, geht diese Wachstumsstrategie auf. Bleiben jedoch die erhofften KI-Einnahmen durch die Endkunden aus, droht die gesamte Finanzierungskette ins Wanken zu geraten – betroffen wäre dann eine ganze Reihe von Unternehmen. Mehr Klarheit dürften NVIDIAs Quartalszahlen kommende Woche bringen.


ETFs

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Dividenden-Déjà-vu

Heißlaufende Tech-Bewertungen und eine allgemeine Marktunsicherheit haben schon im März dazu geführt, dass Anlegende mehr nach Defensiv-Titeln gegriffen haben. Nun mehren sich erneut die Anzeichen für eine solche Sektor-Umschichtung. Besonders begehrt: substanzstarke Dividenden-ETFs. Es locken planbare Cashflows fürs Depot und Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen.

Der iShares STOXX Global Select Dividend 100 bündelt die 100 ausschüttungsstärksten Unternehmen aus den USA (40), Europa (30) und dem asiatisch-pazifischen Raum (30). Statt Big-Tech findet sich hier die Old Economy, darunter Versicherer, Versorger und Banken. Die Dividenden dürfen in den letzten fünf Jahren nicht gesunken sein. Mit mehr als 2.300 Titeln ist der Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF deutlich breiter aufgestellt.

Nachhaltigkeit darf auch bei Dividenden nicht fehlen. Der Xtrackers MSCI World High Dividend Yield ESG ETF orientiert sich am MSCI World, filtert ihn aber nach Kriterien im Hinblick auf Umweltschutz, Soziales und Unternehmensführung. Im ETF enthalten sind schließlich nur diejenigen Player mit der höchsten Dividendenrendite.


Altersvorsorge im Fokus


In dieser Rubrik beantworten wir kurz und knapp Ihre wichtigsten Fragen rund um Altersvorsorge.

Wie hoch ist die Förderung und wie setzt sie sich zusammen?


Die Förderung wurde vereinfacht. Grund- und Kinderzulage sind nun beitragsproportional. Die konkrete Zusammensetzung anhand des Beispiels eines unmittelbar Zulageberechtigten:


  • Grundzulage: Der Staat zahlt 50 % auf die ersten 360 € Eigenbeitrag (max. 180 €) sowie 25 % auf jeden weiteren Euro bis zu einem Eigenbeitrag von 1.800 € (max. weitere 360 €). Die maximale Grundzulage beträgt somit 540 € pro Jahr.
  • Kinderzulage: Der Staat fördert für jedes Kind, für das gegenüber dem Zulageberechtigten Kindergeld festgesetzt ist, 100 % der Eigenbeiträge, gedeckelt auf 300 € pro Kind und Jahr. Bei Eigenbeiträgen von 300 € im Jahr erhält ein Zulageberechtigter mit zwei Kindern somit 600 € Kinderzulage.
  • Berufseinsteiger-Bonus: Einmalig 200 € für Zulageberechtigte unter 25 Jahren.
  • Mindestbeitrag: Um Grund- und Kinderzulagen zu erhalten, müssen mindestens 120 € pro Jahr eingezahlt werden.

Medientipp

Unser CEO Erik Podzuweit kündigt in BILD seine Pläne für das neue Altersvorsorgedepot an.

Hier geht es zum Artikel.

Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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