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Wenn sich das Internet einmal einig ist, dann meistens, wenn es entweder um Hype oder Häme geht. Letzteres musste kürzlich Ferrari bei der Präsentation des vollelektrischen Luce einstecken. Die Luxus-Marke hat sicherlich mit einer anderen Reaktion gerechnet. Apropos geplatzte Träume: Der milliardenschwere Deal um Estée Lauder ist offiziell Geschichte. Und: Mit den richtigen ETFs können Sie strategisch nach den Sternen greifen und sich für das SpaceX-IPO in Stellung bringen.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 22.05.2026 und 29.05.2026.

Im Fokus:

Wer bei KI nur an Chips denkt, übersieht die gewaltige Infrastruktur dahinter. Caterpillar profitiert massiv vom Bau neuer Rechenzentren und liefert die essenziellen Notstromaggregate, die bei einem Netzausfall die Server am Laufen halten.


Märkte und Makro

KI-Rally vs. Industrie-Krise

Die Kapitalmärkte vibrieren mit Erwartung darauf, dass Musks SpaceX an die Börse schießen wird. Und da schwappen schon wieder neue Gerüchte herein. Die Wall Street spekuliert über einen möglichen Zusammenschluss mit Tesla. Am IPO-Fahrplan dürfte das nichts ändern. Aber danach wäre Elon Musk so ein Mega-Deal durchaus zuzutrauen – zumal er mit seinen Aktien- und Stimmrechtspaketen auch das fusionierte Unternehmen kontrollieren würde.

Derweil geht der Tech-Rausch an der Wall Street weiter. Starke Zahlen von Marvell sowie HP befeuerten den Markt, aber die Show gestohlen hat ihnen das SaaS-Unternehmen Snowflake mit einem Deal über 6 Mrd. $ mit AWS. Das US-Inflations-Update gab es am Donnerstag: Die Teuerung nagt weiter an den Geldbeuteln und schickt die Fed zurück auf die Wartebank. Der bevorzugte Inflationsindikator der Fed, der PCE-Index, stieg im April um 3,8 % (YoY)- der kräftigste Anstieg seit drei Jahren - die Kernrate ohne Energie und Lebensmittel lag bei 3,3 %. Währenddessen flirtete der DAX mit einem neuen Höchststand, obwohl die Deindustrialisierung in Deutschland in vollem Gange ist. Seit 2019 hat die Industrie hierzulande über 341.000 Jobs verloren.


Podcast

SpaceX, Dividenden oder Pokémon-Karten? Christian W. Röhl war zum „Ask Me Anything“ (AMA) auf Reddit bei r/Finanzen. Obwohl er zwei Stunden lang durchgetippt hat, sind einige Fragen offen geblieben – auf die es in der neuen Folge von Asset Class die Antworten gibt: Mit dabei die Angst vor einer KI-Blase, die optimale Cashquote und die Lieblingsbücher unseres Chief Economist.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Estée Lauder

Beauty is in the Eye of the Shareholder

Die US-Kosmetik-Ikone Estée Lauder und der spanische Mode- und Beauty-Konzern Puig – bekannt durch u. a. Charlotte Tilbury – finden nicht zueinander. Monatelang redete der Markt über den Zusammenschluss der beiden Kosmetik-Giganten. Damit hätten sie dem Marktführer L’Oréal ganz schön Druck gemacht. Doch nun ist die Verlobung offiziell geplatzt.

Die Reaktion?

  • Die Anlegenden von Estée Lauder ließen die Korken knallen. Die Aktie stieg.
  • Die Botschaft: Der Markt bevorzugt es, wenn sich das Management um CEO Stéphane de La Faverie auf den eigenen Turnaround-Plan („Beauty Reimagined“) konzentriert.
  • Die Sanierung des eigenen Markenportfolios hat Priorität, anstatt sich eine massive neue „Hypothek“ in Form einer komplizierten Riesen-Übernahme aufzuhalsen.
  • Die Aktie der Spanier, die zuvor von Fusions-Fantasien beflügelt wurde, verläuft seitwärts.

Das Fazit: Im aktuellen Marktumfeld schätzen Investorinnen und Investoren fokussierte Strategien mehr als eine protzige 40-Milliarden-Hochzeit. Estée Lauder ist jetzt wieder Single und bereit, mit dem eigenen Sanierungsplan durchzustarten – und für den Moment findet der Markt ganz offensichtlich, dass sie alleine einfach besser aussieht. Puig hingegen hat seinen „Glow-up“ verloren.


Altersvorsorge

Die Renten-Wette: Arbeiten bis 70?

Die Bundesregierung lässt prüfen, wie das Rentensystem bezahlbar bleibt. Im Raum steht ein Szenario, das viele erschaudern lässt: Arbeiten bis 70. Was nach politischem Kalkül klingt, ist mathematisch ein massiver Hebel für Ihr Konto – wenn Sie durchhalten.

Die nackten Zahlen: Wer drei Jahre länger macht, erhöht den eigenen monatlichen Rentenanspruch um knapp ein Fünftel. Das Problem: Das ist eine Wette auf die eigene Biologie. Wer garantiert, dass der Rücken mit 69 noch mitspielt? Und wer möchte überhaupt solange arbeiten?

Die Exit-Strategie: Altersvorsorgedepot (AVD)
Das Ziel muss sein, die Lücke nicht durch Mehrarbeit, sondern durch Kapitalmarkt-Rendite zu schließen.

  • Mit dem AVD fördert der Staat erstmals den direkten Vermögensaufbau am Kapitalmarkt – etwa mit kostengünstigen ETFs, ohne teure Garantien oder komplexe Versicherungsmäntel.
  • Mit einem prall gefüllten Depot ist „Rente mit 70“ eine Option für Workaholics, keine finanzielle Notwendigkeit.

B&P Insight: Die Rente mit 70 ist ein Angebot des Staates an Sie. Das Altersvorsorgedepot ist Ihre Möglichkeit, dankend abzulehnen. Sehen Sie das AVD nicht als Ersatz für Ihr aktuelles Depot, sondern als die kommende „Turbo-Variante“ mit staatlichem Rückenwind.


Chart der Woche

Über 1.000 elektrische Pferdestärken

Average Selling Price (ASP) ausgewählter Sportwagenmarken für 2025

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Quellen: Ferrari FY 2025 Full Year Results, Porsche AG Annual Report 2025, Aston Martin FY 2025 Earnings Release

Anfang der Woche enthüllte Ferrari in Maranello den Luce: Für 550.000 € gibt es vier Elektromotoren mit insgesamt 1.049 PS – und ein Interieur von Sir Jonathan Ive, dem Designer des iPhones. Der Luce ist das erste in Serie produzierte Elektroauto der italienischen Edel-Marke. Im Internet erntete der Strom-Sportler allerdings vor allem Spott; auch die Börse reagierte negativ.

Abseits des medialen Rauschens bestätigen aber die operativen Zahlen den Kurs der Italiener. Der Umsatz kletterte 2025 auf 7,1 Mrd. €, die EBITDA-Marge auf über 38 %. Die Fokussierung hin zu mehr Personalisierung und Exklusivität macht sich bezahlt. 2025 lag Ferraris durchschnittlicher Verkaufspreis (ASP) bei knapp 440.000 € je Fahrzeug – 6 % mehr als 2024. Somit liegt der Startpreis des Luce bereits jetzt über dem ASP von 2025 und könnte für ein Plus sorgen – wenn er denn bestellt wird. Es bleibt also abzuwarten, wie er performen wird. Bei der sportlichen Konkurrenz hingegen fährt es sich nicht ganz so rund:

  • Porsche lieferte letztes Jahr 279.449 Fahrzeuge aus und kam auf einen ASP von rund 115.000 €. Die VW-Tochter kämpft jedoch mit sinkenden Absätzen, Problemen in China und einer missglückten EV-Strategie.
  • Aston Martin hat ein grundlegenderes Problem. Der ASP brach mit umgerechnet rund 240.000 € (209.000 £) im Vergleich zum Vorjahr um 15 % ein. Der britische Hersteller des James-Bond-Autos leidet chronisch an zu wenig Marge und desolaten Finanzen.

US-Banken-ETFs

Rendite im Windschatten

SpaceX bereitet sich auf den größten Börsengang der Geschichte vor. Aber nicht alleine: Insgesamt ist ein Konsortium aus über 20 Banken am IPO beteiligt, darunter Morgan Stanley, JPMorgan Chase sowie die Bank of America. Goldman Sachs hat es nach einem harten Konkurrenzkampf geschafft, dieses Börsendebüt federführend begleiten zu dürfen.

Für die Banken sind IPOs eine Goldgrube. Als Konsortialführer steuert Goldman Sachs beim SpaceX-IPO den kompletten Prozess von der Prospekterstellung über die Investoren-Roadshow bis zur Preisfindung – einschließlich des sogenannten Underwriting. Dabei garantieren die Banken dem Unternehmen den Verkauf der Aktien zu einem vorab festgelegten Preis und tragen somit das volle finanzielle Risiko, falls das Interesse geringer ausfällt. Und dafür streichen die Wall-Street-Häuser satte Prämien ein.

An einer anderen Front gibt es für die Banken aber aktuell auch viel Geld zu verdienen. Hyperscaler wie Microsoft, Meta oder Alphabet benötigen derzeit hunderte Milliarden US-Dollar für den Ausbau ihrer KI-Rechenzentren – und zapfen den Kapitalmarkt deshalb auch mit Anleihen an. Die Banken strukturieren diese milliardenschweren Anleihen, kassieren bei jeder Emission Gebühren und profitieren so vom massiven Investitionsvolumen der Hyperscaler. Dieser Sektor zeigt, wie im Windschatten von Mega-IPOs und Tech-Boom mitverdient werden kann, ohne direkt in die Unternehmen zu investieren.


SCALABLE NEWS


SpaceX im Portfolio?

Damit Sie reibungslos in SpaceX investieren können, arbeiten wir fleißig im Hintergrund. Diverse Listing-Voraussetzungen sind schon erfüllt und es wird aktuell lediglich auf die Abwicklungserklärung von Clearstream (der zentralen Wertpapierstelle) gewartet. Das Ziel ist es, dass SpaceX im Scalable Broker bereits ab dem ersten Listentag am 12. Juni handelbar ist. Wir halten Sie dazu auf dem Laufenden.

Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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