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Bits & Pieces

Edition #277 | 30.04.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Berichtssaison | Chart der Woche | Value-ETFs | Scalable News

Kurze Woche, früher Newsletter – danke Feiertag! Bevor es für Sie ins lange Wochenende geht, ziehen wir noch die Bilanz der Woche:

  • Big Tech: Die Berichtssaison läuft und wir haben die neuesten Zahlen.
  • 70/30 im Kreuzverhör: Podcast-Talk mit ETF-Papst Gerd Kommer.
  • Shoppen im DAX: Was hinter den Rekord-Aktienrückkäufen der Konzerne steckt.
  • Börsen-Schnäppchenjagd: Value-ETFs beinhalten günstig bewertete Unternehmen. Wir erklären Ihnen die Hintergründe.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 24.04.2026 und 30.04.2026.


Märkte und Makro

The Art of No Deal

Die Straße von Hormus ist weiterhin gesperrt. Das Mullah-Regime hat zwar über einen Unterhändler ein Angebot zur Wiedereröffnung der wichtigen Handelsroute an das Weiße Haus geschickt, doch dort ließ man das Papier bisher unkommentiert. Stattdessen behauptete Donald Trump, dass der Iran ihm mitgeteilt habe, dass sich das Land in einem „Zustand des Zusammenbruchs“ befinde. Zudem bitte der Iran um eine Öffnung der US-Gegenblockade. Während der US-Präsident die rhetorische Keule schwingt, widmen wir uns wichtigen Konjunkturdaten:

  • Zinspause: Die US-Notenbank lässt die Leitzinsen wie erwartet unangetastet. Für Jerome Powell war es der letzte Zinsentscheid als Fed-Chef.
  • Bei der EZB gehen die Märkte ebenso von einem Stillstand aus. Die finale Entscheidung wird am heutigen Donnerstag um 14:15 Uhr nach Redaktionsschluss veröffentlicht.
  • Die Inflationsrate in Deutschland lag im April bei 2,9 % im Vergleich zum Vorjahresmonat – der höchste Wert seit Anfang 2024. Hauptgrund dafür sind die gestiegenen Energiepreise, die um über 10 % zugelegt haben.
  • Dämpfer für Deutschland: Der GfK-Konsumklima-Indikator ist auf einen Wert von -33,3 abgerutscht – der tiefste Stand seit Februar 2023. Immer weniger haben Bock, Geld auszugeben.

Podcast

Wieso ist reines passives Investieren eine Illusion? Warum könnte das legendäre 70/30-Portfolio vielleicht ausgedient haben? Und weshalb ist der Nasdaq-100 eine Mogelpackung? Das erfahren Sie im zweiten Teil unseres Interviews mit Gerd Kommer. Außerdem gibt der ETF-Papst einen Einblick in seinen eigenen ETF und verrät, ob er nicht heimlich doch auf Einzelaktien setzt.

Hier geht's zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Berichtssaison

Cloud brummt, CapEx explodiert

Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft haben am Mittwochabend ihre Quartalszahlen vorgelegt und die Markterwartungen geschlagen – sowohl beim Umsatz als auch beim Nettogewinn. Außerdem sollen die KI-Ausgaben auf breiter Front weiter steigen. Was war im Einzelnen los?

  • Alphabet erzielte mit seiner Cloud-Sparte über 20 Mrd. $ Umsatz – 63 % mehr als im Vorjahreszeitraum und deutlich mehr als erwartet. Um das KI-Wachstum noch weiter zu befeuern, schraubt die Google-Mutter die Investitionen hoch. Im laufenden Jahr sollen bis zu 190 Mrd. $ fließen.
  • Amazons Cloud-Sparte wuchs um 28 % auf 37,6 Mrd. $ – ebenfalls über den Erwartungen. Dieses Jahr sieht man rund 200 Mrd. $ unter anderem für KI-Infrastruktur und das neue Satelliten-Business Leo vor, mit dem man Elon Musks SpaceX ab dem dritten Quartal Konkurrenz machen will.
  • Meta enttäuschte bei den Nutzerzahlen, die im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 % fielen. Schuld seien der Irankrieg und Einschränkungen in Russland. Bisher hat Meta dieses Jahr weniger investiert als erwartet. Für das Gesamtjahr hob man die Prognose jedoch auf bis zu 145 Mrd. $ für KI und Co. an.
  • Microsofts Cloud-Dienst Azure schlug die Erwartungen der Wall Street mit einem Plus von 40 % im Vorjahresvergleich. Außerdem hat man einen Meilenstein bei der KI-Adoptionsrate erreicht: Mehr als 20 Millionen Arbeitsplätze verfügen mittlerweile über aktive Abos des KI-Add-ons Copilot für Microsoft 365.

Am heutigen Donnerstagabend nach US-Börsenschluss werden zudem noch die Quartalsergebnisse von Apple erwartet.


Chart der Woche

Aktienrückkäufe auf Rekordniveau

Top 10 Rückkaufprogramme der DAX-40-Unternehmen in Mrd. €

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Quelle: Handelsblatt Research Institute 2026

Aktienrückkäufe boomen wie nie: DAX-Konzerne wollen laut Handelsblatt Research 2026 eigene Aktien im Rekordwert von 54,6 Mrd. € einkaufen, allen voran SAP mit 10 Mrd. €. In den USA ist die Dimension noch größer – über 1 Bio. $ in nur einem Jahr.

  • Vorbild bleibt iPhone-Bauer Apple: Seit 2013 hat der Konzern seine Aktienzahl um 44 % reduziert – ein klassischer „Share Cannibal“ à la Charlie Munger.
  • Share Cannibals sind Unternehmen, die durch massive, kontinuierliche Rückkäufe eigener Aktien die Anzahl der ausstehenden Anteile sukzessive reduzieren. Diese Strategie erhöht den Gewinn pro Aktie und den Besitzanteil verbleibender Aktionäre, auch wenn das operative Wachstum stagniert.
  • Der Effekt: steigende Gewinne je Aktie, steigende Kurse.
  • Rückkäufe treiben Kurse – aber Kritiker sagen, oft ohne echtes Wachstum. Gleichzeitig verschlingt der KI-Boom Milliarden. Geld, das in eigene Aktien fließt, fehlt bei Investitionen in die Zukunft.

Value-ETFs

Schnäppchenjagd an der Börse

Die teure Edelschokolade, die Sie schon immer ausprobieren wollten, ist im Angebot. Ein echtes Schnäppchen, bei dem Sie direkt zugreifen. Ganz ähnlich funktioniert das Value-Investing. Man sucht gezielt nach vermeintlich unterbewerteten Aktien. Wer sich nicht auf die Suche nach einzelnen Schnäppchen begeben will, kann einen Blick auf Value-ETFs werfen, die niedrig bewertete Unternehmen bündeln. Dafür greifen sie auf bestimmte Bewertungskennzahlen zurück:

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Beschreibt, wie hoch der Börsenwert eines Unternehmens in Relation zu seinem Gewinn ist.
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV): Vergleicht das „Preisschild“ – also den Aktienkurs – mit dem bilanziellen Vermögen des Unternehmens – etwa Produktionsanlagen, Infrastruktur, Liegenschaften oder Beteiligungen.
  • Dividendenrendite: Setzt die aktuelle Gewinnausschüttung ins Verhältnis zum Aktienkurs.

Vielfach funktionieren Value-ETFs so, als würden Sie den gesamten Supermarkt scannen und automatisch die besten Schnäppchen aus jeder Abteilung einsammeln. Auf die Börse übertragen heißt das: Aus jedem Wirtschaftssektor werden die am günstigsten bewerteten Unternehmen ausgewählt. Beispiele für Value-Titel: Toyota, die Allianz und der US-Kabelnetzbetreiber Comcast.

Verschiedene Value-ETFs bilden unterschiedliche Weltregionen ab: Industrieländer, Europa oder auch nur die Eurozone (EMU) – ganz ohne Währungsrisiko. Wer jedoch nur auf die häufig hohe Dividendenrendite von Value-Unternehmen schielt, kann ebenso zu einem weltweit anlegenden Dividenden-ETF greifen.


SCALABLE NEWS


Altersvorsorgerechner

Ende März hat der Bundestag dem Altersvorsorgereformgesetz zugestimmt, Anfang Mai folgt die finale Abstimmung im Bundesrat. Das neue Altersvorsorgedepot soll dem privaten Vermögensaufbau ein zeitgemäßes Update geben und noch mehr Lust auf ein eigenes Depot machen. Mit unserem Altersvorsorgerechner finden Sie heraus, mit welchen Förderungen Sie dabei rechnen können, welche Steuern anfallen und wie viel Sie monatlich zur Seite legen müssen, um Ihre persönliche Rentenlücke zu schließen.

Redaktionsschluss: Donnerstag, 7 Uhr

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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