Bits & Pieces
Edition #270 | 13.03.2026
Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast |
Energieversorgung | Chart der Woche | Verteidigungs-ETFs
Als wären die erhöhten CO₂-Steuern zum Jahreswechsel nicht schon schmerzhaft genug, treibt nun auch noch die Blockade der Straße von Hormus den Puls an der Zapfsäule in die Höhe. Die Spritpreise explodieren, doch die Bundesregierung möchte gegensteuern und blickt dabei nach Österreich. Dort dürfen die Preise für Kraftstoffe nur einmal täglich angehoben werden. Wir widmen uns dem Turnaround deutscher Energieversorger und zeigen, wie viele Deutsche glauben, beim Thema Altersvorsorge auf dem richtigen Weg zu sein – und wie viele nicht.
Verkauft
Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 06.03.2026 und 12.03.2026.
KI-Lichtblick im Ölrauch
Über der Straße von Hormus steigt auch diese Woche Rauch auf. Während Teheran Öltanker im Persischen Golf ins Visier nimmt, versenken die USA iranische Minenleger-Schiffe. Kein Tropfen Öl werde die Meerenge passieren, behaupten die iranischen Revolutionsgarden. Die Welt solle sich auf einen Ölpreis von 200 $ pro Barrel gefasst machen.
Die gute Nachricht: Von solchen Preisen sind wir derzeit noch meilenweit entfernt. Die schlechte Nachricht: Bereits das aktuelle Niveau von rund 100 $ belastet die Weltwirtschaft massiv. Um die Lage zu entschärfen, haben die Mitgliedsländer der Internationalen Energieagentur diese Woche die Ventile ihrer Notreserven geöffnet. Die USA, Deutschland und 30 weitere Länder lassen 400 Mio. Barrel Öl zusätzlich auf den Weltmarkt fließen – ein Drittel der gesamten Reserve. Doch der Preis reagierte kaum. Anscheinend verpuffen solche Maßnahmen, solange keine Lösung des Iran-Konflikts absehbar ist.
Auch die Wall Street leidet unter den hohen Energiekosten. Vor allem deshalb, weil man sich Leitzinssenkungen angesichts absehbar steigender Inflationsraten nun erstmal abschminken muss. Daran dürfte auch der designierte neue Fed-Chef Kevin Warsh – dessen Berufung derzeit vom US-Senat blockiert wird – nichts drehen können. Im Euroraum wird unterdessen sogar wieder über Leitzinsanhebungen diskutiert.
Bei Einzelwerten gab es auch bullische Signale: Das KI-Sorgenkind Oracle konnte beispielsweise mit seinen Quartalszahlen punkten, die insbesondere im Bereich Cloud-Infrastruktur deutlich stärker ausfielen als von den Märkten erwartet. Der Aktienkurs, der seit dem Allzeithoch im vergangenen September gelitten hatte, erholte sich etwas. Doch die nächste Herausforderung steht schon bevor: Eine angekündigte Kapitalaufnahme in Höhe von bis zu 50 Mrd. $ könnte den Aktienkurs belasten. Oracle braucht das Geld dringend, um die zahlreichen Aufträge für KI-Rechenzentren abzuarbeiten.
Sind Einzelaktien eigentlich ein Auslaufmodell, wenn der MSCI World sowieso alles dominiert? In dieser Community-Folge von Asset Class beantwortet Christian W. Röhl die Gretchenfrage für Ihr Portfolio. Außerdem wirft er einen Blick auf die Investment-Studien des US-Finanzwissenschaftlers Hendrik Bessembinder, die steuerliche Teilfreistellung bei ETFs und den größten Börsenkonzern Lateinamerikas: Mercadolibre.
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Aus der Asche
Die Reaktorkatastrophe von Fukushima jährt sich in dieser Woche zum 15. Mal. Damals löste ein Erdbeben vor der Küste Japans einen Tsunami aus, der 20.000 Todesopfer forderte und zu einer Kernschmelze führte. In Deutschland entbrannte eine Debatte über die Sicherheit von Atomkraft; acht Kernkraftwerke wurden daraufhin stillgelegt. Im Sommer desselben Jahres verkündete die Bundesregierung dann die Energiewende und den endgültigen Atomausstieg.
Für Energieversorger wie RWE oder E.ON hatte der Atomausstieg wirtschaftliche Konsequenzen. Ein gesamter Geschäftsbereich wurde von der Regierung unter enormen Druck gesetzt und den milliardenschweren Rückbau der stillgelegten Meiler mussten sie aus eigener Tasche bezahlen. Die bis dahin als stabile Dividendenzahler bekannten Unternehmen verzeichneten schwere Verluste: Die Marktkapitalisierung von RWE schrumpfte in den fünf Jahren nach der Kernschmelze in Fukushima um mehr als 75 % und E.ON verlor auf Fünfjahressicht rund zwei Drittel des Börsenwertes.
Die Unternehmen mussten sich mehrfach häuten und lagerten unterschiedliche Geschäftsbereiche aus. Im März 2018 folgte dann ein historischer Asset Swap. E.ON übernahm von der damaligen RWE-Tochter Innogy die Netz- und Vertriebsaktivitäten und trat im Gegenzug sein Geschäft mit erneuerbarer Energie an RWE ab. Seitdem konzentriert sich RWE komplett auf Energieerzeugung, während E.ON ein purer Infrastruktur-Play geworden ist. Was beide weiterhin eint: Seit dem Tiefpunkt 2016 haben sie den Turnaround an der Börse geschafft und sind wieder zuverlässige Dividendenzahler geworden. Dabei bietet E.ON mit 3 % die höhere Dividendenrendite, während die Ausschüttung bei RWE das stärkere Momentum bietet: Künftig sollen Anlegende jedes Jahr 10 % mehr erhalten.
Goldener Herbst statt grauer Winter
Ist Ihr Ruhestand finanziell angemessen abgesichert?

Quelle: BlackRock Umfrage zur Altersvorsorge in Deutschland 2025
Fast zwei von drei Deutschen gehen davon aus, nicht auf dem richtigen Weg zu einer angemessenen Rente zu sein. Auffällig ist, dass Personen kurz vor dem Renteneintritt deutlich pessimistischer sind als jüngere Generationen: Mehr als die Hälfte der Generation Z fühlt sich auf dem richtigen Weg, bei älteren Personen kurz vor dem Ruhestand ist dies nur bei 32 % der Fall.
Insgesamt glaubt ein Großteil der Befragten, dass es bei ihnen Nachholbedarf gibt. Erkenntnis ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung. Und damit es nicht nur bei einem Schritt bleibt, gibt es politischen Rückenwind aus Berlin. Ab voraussichtlich 2027 unterstützt Sie der Staat mit dem neuen Altersvorsorgedepot dabei. Mit unserem Rechner finden Sie heraus, wie viel Förderung Sie dabei erwarten können, welche Steuern anfallen und wie viel Sie monatlich zur Seite legen müssen, um Ihre persönliche Rentenlücke zu schließen.
Lufthoheit im Depot
Ungefähr 35.000 $ kostet eine Shahed. Den USA und den Golfstaaten bereiten diese iranischen Low-Budget-Drohnen massives Kopfzerbrechen. Jede von ihnen mit einer millionenschweren High-Tech-Rakete abzufangen, ist teuer und angesichts tausender Shahed in Teherans Arsenal auf Dauer auch nicht durchzuhalten. Andere Lösungen zur Drohnenabwehr sind gefragt.
Nur ein Beispiel dafür, dass Verteidigung neu gedacht werden muss. Für westliche Rüstungsgiganten bedeutet das mehr Aufträge, aber auch neue Anforderungen: Während früher die technologische Dominanz bei klassischen Waffensystemen im Mittelpunkt stand, geht es heute immer häufiger um die effiziente Abwehr asymmetrischer Bedrohungen. Um das eigene Depot für die Zukunft zu rüsten, stehen verschiedene ETFs zur Auswahl:
Der Fokussierte: Der VanEck Defense ETF investiert derzeit in 36 Rüstungsunternehmen, darunter die Raytheon-Mutter RTX, Thales, Leonardo und der südkoreanische Konzern Hanwha Aerospace. Die Besonderheit: Firmen, die kontroverse Waffen wie Streumunition herstellen, werden nicht berücksichtigt – weshalb Branchengrößen wie Rheinmetall oder Northrop Grumman fehlen. Stattdessen dabei: Auf die öffentliche Sicherheit spezialisierte Software-Firmen wie Leidos oder der KI-Highflyer Palantir.
Der Allrounder: Der iShares Global Aerospace & Defence hat einen breiteren Fokus und enthält neben reiner Rüstung auch Luftfahrtunternehmen wie die Flugzeugbauer Airbus und Boeing oder die Triebwerkshersteller Safran und MTU. Bei ihnen stammt ein Großteil des Umsatzes aus der zivilen Luftfahrt – sie haben jedoch auch Militäraufträge mit an Bord.
Die Europäer: Wer gezielt darauf setzen möchte, dass der alte Kontinent seine Wehrhaftigkeit stärkt, findet im Amundi Stoxx Europe Defense die hiesigen Schwergewichte aus Verteidigung und Luftfahrt. Einen breiteren Ansatz verfolgt der Xtrackers Europe Defence Technologies, der auch Logistiker und IT-Unternehmen enthält – denn ohne sichere Lieferketten und Cyber-Abwehr lässt sich heute kein militärischer Konflikt mehr bestreiten.
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Quellen: Scalable und dpa-AFX