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Bits & Pieces

Edition #276 | 24.04.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Intel | Chart der Woche | Aufsteiger-ETFs

Am Mittwoch feierte die Welt den Earth Day – ein Appell für mehr Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Doch während alle über eine grüne Revolution redeten, zeigt die Lage rund um die Straße von Hormus, wie tief die Abhängigkeit von fossiler Energie noch sitzt. Volkswagen möchte sich davon losreißen und stellt in Peking ein E-Auto vor, das die Wende bringen soll – zumindest für den Wolfsburger Konzern. Außerdem: Intel performt so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr, und Griechenland ist endlich wieder eine Industrienation.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 17.04.2026 und 23.04.2026.


Märkte & Makro

Billige E-Autos und teure Tech-Träume

Die Blockade der Straße von Hormus spielt aktuell an der Börse eine Nebenrolle. Der Iran hat Donald Trumps Verlängerung der Waffenruhe zur Kenntnis genommen und der Markt geht derzeit von Frieden als Basisszenario aus. Der Fokus liegt gerade woanders: Es ist Berichtssaison. Diese Woche öffneten über 80 Unternehmen aus dem S&P 500 ihre Bücher. Bisher ist die Wall Street zufrieden mit den Zahlen und hob den S&P 500 auf ein neues Allzeithoch von über 7.140 Punkten. Kommende Woche folgen 180 weitere Unternehmen – darunter Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Apple.

Auf der größten Automesse der Welt, die derzeit in Peking stattfindet, weht derweil ein deutscher Wind. Volkswagen präsentiert dort mit dem Jetta X einen elektrischen Kompakt-SUV, der bereits ab umgerechnet ca. 12.500 € erhältlich sein soll. Während in China preislich angegriffen wird, stehen in Wolfsburg und Co. die Bänder still. Mittlerweile wird sogar geprüft, in den deutschen VW-Werken Autos zu bauen, die für den chinesischen Markt bestimmt sind, um Leerstände abzufedern. Die Konkurrenz hat diesen Durchhänger ausgenutzt und ist an VW vorbeigezogen: Das beliebteste E-Auto Deutschlands nach Neuzulassungen war im März das Tesla Model Y.

Stichwort Tesla: Am Mittwoch wurden die Zahlen für das Q1 veröffentlicht. Obwohl der E-Auto-Hersteller mit einem Nettogewinn von 477 Mio. $ positiv überraschte, brach die Aktie ein. Der Grund: Perspektivisch möchte CEO Elon Musk den Fokus weg von Autos und hin zu Robotern, KI und Halbleitern verschieben. Dafür hat er die Investitionspläne für das laufende Jahr auf bis zu 25 Mrd. $ hochgeschraubt.


Podcast

Sind die Märkte noch sicher? Und was ist derzeit mit Crypto oder Gold im Portfolio? In dieser Folge von Asset Class spricht Christian W. Röhl mit ETF-Papst Gerd Kommer über seine Investment-Anfänge und darüber, welche Anlageklassen er als sinnvoll erachtet. Außerdem: Warum Sicherheit eine Illusion ist und welche „Deep Risks“ eine Gefahr für Ihr Portfolio darstellen.

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Intel

Rückenwind dank Washington und NVIDIA

Lange Zeit wirkte Intel wie der Dinosaurier des Silicon Valley – Qualitätsprobleme bei den Prozessoren, Milliardenverluste in der Chip-Auftragsfertigung und ein komplett verschlafener KI-Hype. Doch seit einem Jahr läuft eine fulminante Trendwende. Die Aktie performt so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr, getragen von drei zentralen Entwicklungen:

  • Finanzspritze der USA: Um bei Mikrochips die Abhängigkeit von Asien und insbesondere TSMC zu verringern, will die US-Regierung die Halbleiterfertigung in den USA massiv ausbauen. Mit Investitionen in Intel von 11,1 Mrd. $ hält der Staat nun rund 10 % der Anteile.
  • Dreamteam mit NVIDIA: Der Chip-Gigant investierte 2025 rund 5 Mrd. $ in Intel, um die heimische US-Produktion weiter zu stärken. Im Zuge dessen entwirft Intel nun maßgeschneiderte Prozessoren, die perfekt auf NVIDIAs Grafikkarten abgestimmt sind.
  • 18A-Fertigungsprozess: Mit diesem neuen Halbleiter-Fertigungsprozess integriert Intel eine neue Transistor-Architektur sowie eine effizientere Stromversorgung direkt in die Chips. Dadurch sollen diese künftig noch mehr KI-Leistung bringen.

Die am Donnerstag nachbörslich veröffentlichten Zahlen untermauern den Turnaround. Die Datacenter-Umsätze haben im 1. Quartal um 22 % zugelegt. Parallel gelang ein Quantensprung bei der Profitabilität: Die operative Marge des Konzerns ist von 5,4 % auf 12,3 % gestiegen.


Chart der Woche

Mehr Cash in de Täsch

Finanzielle Ziele der Deutschen in den nächsten 5 Jahren

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Quelle: Allianz Vorsorge Index 2026

70 % der Deutschen blicken laut Allianz Vorsorge Index 2026 optimistisch in ihre finanzielle Zukunft. Für die Studie wurden 1.000 Deutsche zwischen 25 und 65 Jahren zu Themen wie finanzieller Zuversicht und Vorsorgeverhalten befragt.

  • Für die Mehrheit ist das wichtigste Ziel, einen Notgroschen aufzubauen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, eine Höhe von zwei bis drei Nettomonatsgehältern für ungeplante Ausgaben zu sparen. Am besten liegen die auf einem Tagesgeldkonto, auf das es Zinsen gibt.
  • Die Realität ist aber: Fast die Hälfte der Deutschen hat weniger als 2.000 € an Rücklagen.
  • Sparen wollen die Deutschen auch für den Ruhestand. Am Kapitalmarkt arbeitet das Geld, wenn es langfristig angelegt wird. Damit mehr Menschen den Kapitalmarkt für sich nutzen, führt die Bundesregierung ab 2027 ein steuerlich gefördertes privates Altersvorsorgedepot ein. Wer bis zu 1.800 € im Jahr einzahlt, bekommt für jeden Euro eine zusätzliche Förderung vom Staat. Der Zinseszinseffekt wirkt dadurch noch stärker.
  • Jeder vierte Deutsche plant außerdem, in den nächsten Jahren Schulden abzubezahlen.

Schulden und Investieren schließen sich dabei nicht aus. Bei Krediten mit eher niedrigen Zinsen (weniger als 3 %) kann es sinnvoll sein, parallel zu investieren, da die Renditechancen am Aktienmarkt (zum Beispiel über ETFs) langfristig höher sein können als die Zinskosten. Andererseits gibt es „schlechte“ Schulden, die durch Konsumentenkredite für Luxusausgaben entstehen, wie etwa neue Möbel oder Urlaube. Diese kurzfristigen Ratenkredite gehen oft mit hohen Zinsen einher und sollten so schnell wie möglich beglichen werden.


Aufsteiger-ETFs

Nie mehr zweite Liga?

Ist Südkorea eine Industrienation oder ein Schwellenland? Die großen Indexanbieter MSCI und FTSE sind da unterschiedlicher Meinung. Sie sind die Torwächter, die entscheiden, ob über den monatlichen Sparplan auf den MSCI World auch einige Cent in polnische Aktien fließen oder ob Ägypten im FTSE Emerging Markets bleiben darf.

Diese Einstufungen werden regelmäßig überprüft und wenn ein Land aufsteigt, steigt auch die Nachfrage nach den Anteilen der dortigen Unternehmen. Viele ETFs müssen dann nämlich umschichten, um möglichst nah an ihrem Index zu bleiben. Stellt sich nun die Frage: Wer hat sich in der aktuellen Saison für den Aufstieg qualifiziert?

🇻🇳 Vietnam: Der Tigerstaat ist für FTSE ab September 2026 kein Frontier Market mehr, sondern ein Schwellenland. Das könnte den großen Aktienunternehmen des Landes wie dem Mischkonzern Vingroup oder dem Stahlkonzern Hoa Phat einen Kurs-Push geben.

🇬🇷 Griechenland: Nach Jahren als Schwellenland kehrt der Markt bei FTSE dieses Jahr in die Liga der Industrieländer zurück. Dem Comeback gehen fulminante Börsenjahre voraus: Der Amundi MSCI Greece kommt auf Fünfjahressicht inklusive Ausschüttungen auf einen Gesamtertrag von rund 200 %.

🇿🇦 Südafrika: Ein gut entwickelter Finanzplatz ist kein Garant für die erste Liga. Die Börse von Johannesburg ist zwar die wichtigste Afrikas, aber in puncto Infrastruktur und Pro-Kopf-Einkommen hat das Land noch Aufholbedarf. Dass die Performance auch in der zweiten Liga stimmen kann, bewies der iShares MSCI South Africa in den vergangenen fünf Jahren: +75 % in Euro.


SCALABLE NEWS


Shine bright like FC Viktoria Berlin

Game start: Am Sonntag unterstützt Scalable den FC Viktoria Berlin live vor Ort beim Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Neben einem Halbzeitplausch mit unserem Chief Marketing Officer Maximilian Meyer gibt es ebenso die Chance, ein exklusives Viktoria x Scalable Trikot abzustauben und am Spieltag genauso zu glänzen wie die Profis auf dem Rasen. Das und vieles mehr am Sonntag im Stadion Lichterfelde – vorbeischauen lohnt sich.

Frühstart-Rechner

Den Grundstein für den Ruhestand schon im Kinderzimmer legen? Mit der Frühstart-Rente sichern Sie Ihrem Nachwuchs bis zu 1.440 € vom Staat, die ganz ohne eigene Sparpflicht steuerfrei am Kapitalmarkt in ETFs investiert werden. Wie gewaltig sich der Zinseszinseffekt über Jahrzehnte hinweg entfaltet, können Sie ab sofort anschaulich mit unserem neuen Frühstart-Rente-Rechner online durchspielen. Probieren Sie es am besten direkt aus und berechnen Sie, wie das gesicherte Startkapital anwächst, um die Rentenlücke Ihres Kindes frühzeitig zu schließen.

Redaktionsschluss: Freitag, 9 Uhr

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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