Bits & Pieces
Edition #298 | 25.09.2026
Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Roche | Chart der Woche | ETFs unter Strom | Produkt-Highlight | Altersvorsorge
Statt Diplomatie übten sich Xi und Trump auf ihrem Treffen im Weißen Haus vor allem in Diplotainment, wie es der ehemalige US-Regierungsvertreter Danny Russel taufte. Von Washington blicken wir in die Schweiz. Zwar hat der Pharmariese Roche Aufholbedarf beim Abnehm-Trend, dennoch punktet er mit einem entscheidenden Vorteil gegenüber der Konkurrenz. In München dreht sich unterdessen alles um die Wiesn-Maß. Wer die eigentlichen Profiteure davon sind. Und: Was Sie sich beim Appetit auf die Energie von morgen ins Depot holen können.
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Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 18.09.2026 und 24.09.2026.
Im Fokus: Meta
Passend zum neuen KI-Agenten „Muse“ hat Mark Zuckerberg das dazugehörige Wearable „Muse Charm“ im Retro-Tamagotchi-Look vorgestellt. Damit verknüpft Meta sein KI-Modell direkt mit anfassbarer Hardware – ein Schachzug mit Trend-Potenzial. Die Wall Street feierte dies und schickte die Aktie auf ein neues Hoch.
Pandas und Geplänkel
Nach Zollstreit, erbittertem Wettkampf um Chips und KI gilt das Verhältnis von Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump als angespannt. Umso genauer beobachtet der Markt das Treffen der beiden in Washington. Am Mittwochnachmittag landeten Xi und seine Ehefrau Peng Liyuan am Militärstützpunkt Joint Base Andrews.
Von der harten Rivalität zwischen den Staatsoberhäuptern war wenig zu spüren. Xi betonte, dass beide Nationen eine „friedliche Koexistenz“ anstreben sollten. Beim kritischen Thema Taiwan versuchte Xi Trump abzuringen, dass er sich nicht einmischt. Und obwohl mit Mark Zuckerberg (Meta), Jensen Huang (NVIDIA) oder Elon Musk (Tesla, SpaceX) – bis auf Anthropic-CEO Dario Amodei – die Elite der Tech-Welt beim Dinner im Weißen Haus zu Gast war, blieben die großen KI-News aus. Peking betonte lediglich, man sei in der Lage, Künstliche Intelligenz, oder wie Trump sie nannte: „Super Intelligence“, unter menschlicher Kontrolle zu halten. Eine handfestere Nachricht des Treffens: Xi versprach den USA zwei neue Riesenpandas.
Zur Erinnerung: Im Frühjahr 2025 knallte es richtig. Washington drückte die Zölle auf China-Importe auf bis zu 145 % hoch, während Peking mit 125 % Gegenzöllen und einem Rohstoff-Stopp zurück schoss. Im Mai hatten die USA und China in Genf mit dem Busan-Abkommen erst mal die Pause-Taste gedrückt. Dieser handelspolitische Waffenstillstand wurde nun bis zum 10. Januar 2027 verlängert.
Noah Leidinger erreicht mit „Ohne Aktien wird schwer“ jeden Morgen über 30.000 Hörerinnen und Hörer. Obwohl er täglich zahlreiche Unternehmen und Geschäftsmodelle analysiert, bleibt sein eigenes Depot überraschend klassisch. Im Gespräch mit Christian W. Röhl erklärt er, warum der MSCI World das Fundament seiner Geldanlage bildet – und welche Einzelaktien es trotzdem in sein Portfolio schaffen, wie etwa die polnische Supermarktkette Dino Polska.
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Schweizer Substanz
Unter Hochdruck versucht Roche in den boomenden Abnehmmarkt vorzudringen, den bislang die Rivalen Eli Lilly und Novo Nordisk unter sich aufteilen. In einer Phase-2-Studie zu seinem Wirkstoff Enicepatid feierte der Pharmakonzern unter seinen Probanden jüngst einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 15,5 %. Die Schweizer wagen sich damit in fremdes Terrain, ihre eigentliche Stärke liegt traditionell in einer Vielzahl anderer Disziplinen.
- Breites Fundament: Ob Krebsmedizin, Neurologie, Immunologie oder Augenheilkunde, mit seiner Pharma-Sparte ist Roche sehr breit aufgestellt und verglichen mit anderen Konkurrenten weniger abhängig von einzelnen Medikamenten. Im ersten Halbjahr 2026 war das MS-Mittel Ocrevus mit einem Anteil am Konzernumsatz von etwa 11,4 % der Bestseller. Das Kerngeschäft federt den Rückgang bei Corona-Tests ab, die den Diagnostik-Bereich – das zweite Standbein – während der Pandemie extrem beflügelt haben.
- Pralle Pipeline: Insgesamt verfüge Roche laut CEO Thomas Schinecker über 19 Prüfpräparate, die bis 2030 auf das Pflaster kommen könnten. Das Umsatzwachstum soll 2026 im mittleren einstelligen Bereich liegen.
- Feiner Dividendenadel: Roche hat seine Ausschüttung in Schweizer Franken seit über 30 Jahren konstant gesteigert. Zwar sorgen die starke Währung, Patentabläufe sowie günstigere Generika-Konkurrenz für Gegenwind, Roche bleibt aber ein Paradebeispiel für defensive Qualität.
Auf Dividenden behält die Schweiz eine Verrechnungssteuer von 35 % ein, anrechenbar auf die deutsche Abgeltungsteuer sind davon nur 15 %. Mit dem Tax Voucher von Scalable, den Sie nun für jede Schweizer Dividende automatisch und kostenfrei 60 Tage nach dem Ex-Tag in Ihrem Scalable Postfach finden, können Sie sich die Differenz von den eidgenössischen Behörden zurückholen.
O’zapft is
Durchschnittspreis für eine Wiesn-Maß, indexiert (1980 = 100)

Quellen: Statistisches Amt München; Open Data München; Oktoberfest.de; Destatis. DM-Werte zum Fixkurs 1€ = 1,95583 DM umgerechnet, VPI für 2026 mit August-Rate (+2,9 %) fortgeschrieben.
Nicht nur die Deutschen lieben Bier: Millionen Menschen aus aller Welt pilgern jährlich zur Münchner Theresienwiese, um auf dem Oktoberfest in riesigen Festzelten den Inbegriff deutscher Handwerkskunst zu feiern.
Diese tief verwurzelte Tradition lassen sich die Brauereien fürstlich entlohnen. Seit 1980, als eine Maß Bier noch umgerechnet 2,51 € (4,9 DM) gekostet hat, ist der durchschnittliche Preis dieses Jahr auf 15,61 € angewachsen. Das ist eine „Wiesnflation“ von satten 522 %. Zum Vergleich: Wenn der Preis mit der tatsächlichen Inflation seit 1980 berechnet wäre, würde eine Maß heute theoretisch nur 6,78 € kosten. Ein Liter Bier auf dem Oktoberfest kostet also mehr als das Doppelte, als es nach normaler Inflation – die bei rund 171 % wäre – eigentlich sollte.
Doch was viele nicht wissen: Zwar dürfen nur die sechs großen Münchner Brauereien Bier auf dem Oktoberfest ausschenken, ein beachtlicher Teil des eingenommenen Geldes wandert dabei aber in die Taschen globaler, börsennotierter Konzerne. Löwenbräu und Spaten gehören beispielsweise zur belgischen Anheuser-Busch InBev, während Hacker-Pschorr zu Paulaner und die wiederum zu 30 % zum Heineken-Konzern gehören. Lediglich Augustiner ist in privaten Händen; Hofbräu ist zu 100 % im Besitz des Freistaats Bayern.
Von der Steckdose zur Smart City
Ob KI, E-Autos oder Wärmepumpen – wenn der Strom nicht fließt, herrscht Stillstand. Nur mit der passenden Infrastruktur kommt die Energie auch an der E-Ladesäule oder im Rechenzentrum an. Dazu kommt: Der kürzlich verabschiedete Electrification Action Plan der EU sieht eine Erhöhung des Elektro-Anteils am Energieverbrauch bis 2040 auf 46 % vor. Damit soll der aktuelle Wert verdoppelt werden. Die Umsetzung dieser Pläne erfordert zusätzliche Investitionen – und mit den richtigen ETFs holen Sie sich die gesamte Wertschöpfungskette dieser vernetzten und elektrifizierten Zukunft ins Depot.
Der Amundi MSCI New Energy UCITS ETF fokussiert sich auf die Stromerzeugung selbst, konkret auf erneuerbare Energien wie Solar- und Windkraft. Sauberer Strom kommt hier von Unternehmen wie der dänischen Vestas oder der spanischen Iberdrola.
Mit dem VanEck Electrification and Power Infrastructure UCITS ETF setzen Sie auf die Schaufelhersteller für das physische Netz. Um aufgenommen zu werden, müssen mindestens 50 % der Einnahmen mit Elektro- und Energie-Infrastruktur zu tun haben. Hier investiert man in echte „Pure Player“ wie den italienischen Kabelhersteller Prysmian oder den US-Spezialisten für Netzausbau, Quanta Services.
Der iShares Smart City Infrastructure UCITS ETF liefert Akteure, die an der Stadt von morgen bauen. Der Fonds weist eine US-Gewichtung von über 50 % auf, verhindert aber durch eine angepasste Gleichgewichtung dominante Einzelpositionen. Hier steht der Cybersicherheits-Spezialist Palo Alto Networks Schulter an Schulter mit Plattformen wie Uber.
Einen defensiven Anker liefert der Xtrackers S&P Global Infrastructure Swap UCITS ETF. Hier liegt der Fokus auf einem Fundament aus etablierten Basisversorgern, darunter der US-Energieversorger NextEra Energy oder der kanadische Pipeline-Riese Enbridge.
Think bigger
Wer schon einmal gezielt Muskeln aufbauen wollte, kennt es: die Massephase. Auch im Depot führt für einen kräftigen Wertzuwachs kaum ein Weg an den echten Schwergewichten der Weltwirtschaft vorbei – von Big Tech in den USA über japanische Konzernriesen bis hin zu Europas Dividendenaristokraten. Im Invesco MSCI World UCITS ETF haben bisher 23 Industrieländer wie Kreatin mitgewirkt.
Er berücksichtigt Unternehmen, deren Marktkapitalisierung zu den obersten 85 % des jeweiligen Landes gehört. An der Spitze der mehr als 1.200 gelisteten Titel thronen natürlich Techkonzerne wie etwa Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet und NVIDIA. Heißt: Jede Menge USA. Als führende Wirtschaftsnation kommen die Vereinigten Staaten auf knapp 70 % Gewicht im ETF. Rang zwei belegt Japan mit Weltmarktführern wie Sony, Toyota oder Mitsubishi. Es folgen Kanada, Großbritannien und Deutschland.
Mit einer Gesamtkostenquote von gerade einmal 0,05 % ist der ETF der derzeit günstigste, der den MSCI World Index nachbildet. Die Replikation erfolgt durch Swaps, der Index wird also indirekt über Tauschgeschäfte abgebildet.
In dieser Rubrik beantworten wir kurz und knapp Ihre wichtigsten Fragen rund um das geplante Altersvorsorgedepot (AVD).
Ich habe Riester und überlege, zum AVD zu wechseln. Wie unterscheiden sich die Grundzulage und der erforderliche Eigenbeitrag zwischen den Modellen?
- Beim AVD ist die staatliche Grundzulage an eine jährliche Mindesteinzahlung von 120 € geknüpft. Diese kann ganz flexibel zum Beispiel als Einmalzahlung, monatlich durch 10 € oder quartalsweise vorgenommen werden. Wenn Sie 1.800 € im Jahr investieren und förderberechtigt sind, erhalten Sie die volle Grundzulage von 540 €.
- Das ist mehr als dreimal so viel wie die maximale Riester-Grundzulage von 175 €. Um die volle Riester-Grundzulage zu bekommen, müssen Förderberechtigte grundsätzlich pro Jahr 4 % Ihres Vorjahresbruttos (abzüglich der Zulagen) einzahlen.
Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr
Quellen: Scalable und dpa-AFX
