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Bits & Pieces

Edition #278 | 08.05.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Lufthansa | Chart der Woche | Erneuerbare-Energien-ETFs

Nach einer kurzen Funkpause fliegt der „Bits & Pieces“ endlich auch wieder in Ihr E-Mail-Postfach. Apropos Fliegen: Nachdem Fraport Ende April Terminal 3 am Flughafen Frankfurt eröffnet hatte, gab es bei den Q1-Zahlen diese Woche leider nichts zu feiern. Deutlich mehr Aufwind spürte der deutsche Kranich: Die Lufthansa überraschte mit guten Ergebnissen. Außerdem im Gepäck: spannende Tech-Earnings und ein Blick darauf, welche Branche im Windschatten der Giganten kräftig mitverdient.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 01.05.2026 und 07.05.2026.

Super Micro Computer baut Server, Speichersysteme sowie IT-Infrastruktur und galt lange als KI-Highflyer, dann kam der Absturz. Am Mittwoch schoss die Aktie nach oben. Der Grund: überraschend hohe Gewinne. Der Umsatz schwächelte, woran aber vor allem Lieferengpässe schuld seien.


Märkte & Makro

Mehr pumpen, weniger quatschen

Zumindest ein Erfolg für Donald Trump: Das Ölkartell OPEC+, dem die USA als größter Erdölförderer der Welt nicht angehören, ist maßgeblich geschwächt. Seit Anfang Mai sind die Vereinigten Arabischen Emirate kein Mitglied mehr. Die Emirate können ihr Öl sehr günstig produzieren und wollen ihre Fördermengen deshalb nicht mehr an den OPEC-Entscheidungen ausrichten. Saudi-Arabien, Russland und Co. brauchen deutlich höhere Ölpreise, um profitabel zu bleiben.

Der Ölpreis hat derzeit jedoch weniger mit Fördermengen, sondern mehr mit der Straße von Hormus zu tun. Zunächst deutete sich diese Woche eine Einigung zwischen Washington und Teheran an. Die Chancen für Frieden stiegen. Am späten Donnerstag kam es jedoch wieder zu vereinzelten Kampfhandlungen. Trump spricht von einem „liebevollen Klaps“. Die Waffenruhe sei weiterhin in Kraft. An der Wall Street dominierten andere Schlagzeilen.

  • Apple sieht sich nach neuen Auftragsfertigern für seine Chips um. Derzeit werden diese fast ausschließlich von TSMC hergestellt. Deals mit Samsung und Intel könnten die Abhängigkeit vom taiwanischen High-Tech-Konzern reduzieren. Befeuert durch solche News ist Samsung mittlerweile – nach TSMC – der zweite asiatische Konzern mit mehr als 1 Bio. $ Börsenwert.

  • AMD und Arm haben, getrieben vom KI-Boom, extrem starke Quartalszahlen vorgelegt. Der Aktienkurs der beiden Chip-Designer konnte deutlich zulegen. AMD ist auf Fünfjahressicht jetzt mehr als 400 % im Plus, Arm seit dem Börsengang 2023 immerhin rund 250 %. Die Zahlen des Branchenführers NVIDIA folgen am 20. Mai.

  • Palantir pulverisierte am Montag die Erwartungen: Regierungsgeschäft und ziviles Business lagen jeweils deutlich über den Schätzungen. Der Gewinn vervierfachte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Angesichts der aktuell sehr hohen Bewertung des Big-Data-Unternehmens reichte nicht einmal das, um den Kurs im Plus zu halten. Die Aktie fiel.

Podcast

„Inflation ist langfristig erst mal der größte Feind“, sagt Christian Wiehenkamp, Chief Investment Officer von Perpetual, dem unabhängigen Family Office der Familie Wilsdorf, das heute auch ausgewählte externe Investoren betreut. Hans Wilsdorf gründete 1905 Rolex. Im Gespräch mit Christian W. Röhl erklärt Wiehenkamp, wie vermögende Familien ihr Kapital strukturieren und welche Rolle Private Markets und Diversifikation dabei spielen.

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Lufthansa

20.000 Flüge gestrichen – und die Börse jubelt

Gesperrte Lufträume, Flugumleitungen und gestrandete Reisende im Wüstensand. Die Flugzeuge von Emirates, Qatar Airways oder Etihad mussten zuletzt wegen des Irankriegs häufig am Boden bleiben oder riesige Umwege fliegen. Schlecht für die Konkurrenz heißt aber nicht automatisch gut für die Deutsche Lufthansa.

Der Kranich konnte den Airlines aus Nahost im ersten und saisonbedingt schwächsten Geschäftsquartal zwar kurzfristig Umsätze abjagen, aber die Wettbewerber kommen dank (brüchiger) Waffenruhe zurück. Zudem leiden europäische Airlines stark unter den aktuell hohen Treibstoffpreisen. In Friedenszeiten stammen rund drei Viertel der europäischen Kerosinimporte aus den Raffinerien im Nahen Osten. Ersatz ist teuer. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet die Lufthansa deshalb mit Mehrkosten von 1,7 Mrd. €. Helfen sollen:

  • Cancelled: Mehr als 20.000 unprofitable Flüge stornierte die Lufthansa, um ihre Margen zu sichern und Spritgeld für die anstehende Reisesaison zu sparen.
  • Kerosin-Hedge: Immerhin 80 % des erwarteten Bedarfs sicherte sich die Lufthansa bereits, um noch weitere preisliche Ausreißer nach oben zu verhindern.

Trotz geopolitischer Krisenstimmung und schwelender Streikgefahr ging die Lufthansa-Aktie nach den Q1-Zahlen am Mittwochmorgen in den Steigflug. Warum?

  • Verluste runter: Der bereinigte operative Verlust fiel mit 612 Mio. € niedriger aus als erwartet – und lag 15 % unter dem Vorjahresniveau.
  • Optimismus: Trotz zahlreicher Risiken wurden die Gewinnziele bekräftigt. Der Betriebsgewinn im Gesamtjahr 2026 soll deutlich über den knapp 2 Mrd. € aus dem Vorjahr liegen.

Chart der Woche

Klasse statt Masse?

Veränderungen bei den „Daily Active People“ nach Quartal

20260508 Chart der Woche B&P

Quelle: Meta, 2026

Premiere für Meta, aber ausnahmsweise mal eine schlechte: Zum ersten Mal seit Erhebung der „Daily Active People“ (DAP) im Jahr 2019 verzeichnete das Tech-Unternehmen im vergangenen Q1 sinkende User-Zahlen. Bei insgesamt über 3,5 Milliarden Menschen, die täglich Instagram, WhatsApp oder Facebook nutzen, scheint so ein Rückgang um 20 Millionen zwar wie ein Tropfen auf den heißen Stein, doch der Markt strafte Meta dafür ab. Im Earnings Call bemühte sich Mark Zuckerberg um Schadensbegrenzung und machte Internetausfälle im Iran und Sperrungen in Russland verantwortlich.

Dieser Abwärtstrend dürfte sich im nächsten Quartal noch einmal verschärfen – und das nimmt Meta bewusst in Kauf. Ab Juni setzt man in der EU und Brasilien eine neue KI-gestützte Alterserkennung ein, um Kinder und Jugendliche auf Instagram und Threads besser zu schützen. Accounts von unter 13-Jährigen sollen dabei gelöscht werden, während Profile von Jugendlichen in eine geschützte Umgebung wechseln. In den USA, Kanada, Großbritannien und Australien ist diese Maßnahme bereits aktiv.

Weshalb könnte die Meta-Rally trotzdem weitergehen? Weil die Geschäftszahlen überzeugen: Im Vergleich zum Vorjahresquartal wuchs der Umsatz um 33 % auf 56,3 Mrd. $. Auf die Sorgen der Börse reagierte Zuckerberg im Earnings Call mit seiner Standard-Devise: Die Produktqualität stehe stets im Vordergrund, erst am Ende folge die Frage der Monetarisierung. Die Bilanz zeigt, dass diese Rechnung bisher aufgeht – auch wenn die reinen Nutzerzahlen aktuell etwas nachgeben.


Erneuerbare-Energien-ETFs

Raus aus der Abhängigkeit

Wenn sich Öltanker in der Straße von Hormus stauen und geopolitische Krisen die Nachrichten beherrschen, wird schnell deutlich: Die Verwundbarkeit durch fossile Energien ist groß. Energiesicherheit wird dadurch ein Investment-Case: Mehr Erneuerbare bedeuten weniger Importabhängigkeit. Außerdem ist der Energiehunger der KI-Datacenter zum Turbo für den Sektor geworden. Neue Deals mit Hyperscalern sorgen dafür, dass zum Beispiel der Spezialist für dezentrale Stromerzeugung, Bloom Energy, aktuell mit rund 14 % das absolute Schwergewicht im iShares Global Clean Energy Transition ist.

Die Tech-Giganten brauchen für ihre KI-Rechenzentren dringend autarke, dezentrale Stromquellen abseits fossiler Energiequellen. Das spiegelt sich auch in der Marktdynamik wider:

  • Rückenwind für Erneuerbare: Laut Morningstar flossen im April rund 3 Mrd. $ in Renewable-Fonds – so viel wie seit 2021 nicht mehr. Nicht nur Stromanbieter profitieren, sondern auch Infrastruktur-Ausrüster wie Siemens Energy und GE Vernova.
  • Performance zieht nach: Clean-Energy-ETFs waren in den letzten 12 Monaten deutlich stärker als Energie-ETFs mit Unternehmen der Öl- und Gasbranche.

Fazit: Im Weltindex MSCI World ACWI haben Erneuerbare Energien einen Anteil von weniger als 2 %. Daher spielt man die Energiewende eher über Satelliten-ETFs:


Produkt-Highlight


Das Banking von morgen

Bei Stablecoins handelt es sich um Kryptowährungen, deren Wert fest an eine traditionelle Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist. Im Gegensatz zu klassischen und oft sehr volatilen Krypto-Assets wie Bitcoin schwanken Stablecoins nur so stark wie ihr traditionelles Gegenstück. Damit sind sie – wie der Name bereits verrät – verhältnismäßig stabil. Häufig werden sie als das digitale Geld der Zukunft bezeichnet. BlackRock-CEO Larry Fink betonte in seinem Jahresbrief an Investorinnen und Investoren beispielsweise, dass „die Tokenisierung von Vermögenswerten“ und Stablecoins das Potenzial hätten, die Kapitalmärkte so zu verändern, wie das Internet den Handel.

Wer nicht auf die digitalen Münzen selbst, sondern auf die technologische Infrastruktur dahinter setzen möchte, sollte einen Blick auf den Virtune Stablecoin Index ETP werfen. Er investiert in Kryptowährungen wie Ethereum, XRP oder Solana, welche die Basis für das globale Stablecoin-Ökosystem sowie für die zugehörigen Zahlungs- und Abwicklungssysteme bilden. Diese sogenannten „Rails“ könnten das technologische Fundament für das künftige digitale Finanzsystem sein. Um eine ausgewogene Abbildung der enthaltenen Bestandteile zu gewährleisten, wird nach der Quadratwurzel der Marktkapitalisierung gewichtet und regelmäßig austariert. So erhalten kleinere Bestandteile wie Stellar ein bedeutungsvolles Gewicht, während große Kryptowährungen wie Ethereum weiterhin prominent vertreten sind. Mit diesem ETP investieren Sie also nicht in Stablecoins, sondern womöglich in die Infrastruktur der Zukunft.

Hier geht’s zum ETP


SCALABLE NEWS


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Redaktionsschluss: Donnerstag, 7 Uhr

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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