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Bits & Pieces

Edition #266 | 13.02.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Christian W. Röhl |
Siemens
 | Chart der Woche | Japan-ETFs

Wie viel ist eine Goldmedaille wert? Also nicht beim Goldhändler oder an der Rohstoffbörse, sondern bei den Olympischen Winterspielen in Italien. Deutsche, die es ganz oben aufs Treppchen schaffen, erhalten von der Deutschen Sporthilfe 30.000 € als Belohnung. Während sich Deutschland schon drei Goldmedaillen gesichert hat, konnte Japan bisher nur zwei abstauben. Dafür legte der japanische Aktienmarkt diese Woche einen Rekord nach dem anderen hin. Wir stellen ETFs für den aufziehenden Yen-Monsun vor, krönen Siemens zum neuen DAX-König und beobachten, wie die einst tiefen Burggräben im Software-Sektor langsam mit KI-Schlamm gefüllt werden.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 06.02.2026 und 12.02.2026.


Märkte & Makro

Agenten mit der Lizenz zum Töten

Peter Steinberger ist Teil des Software-Bebens, das gerade die Aktienmärkte erschüttert. Der österreichische Entwickler erschuf per „Vibe Coding“ – also rein durch das Gespräch mit einem KI-Chatbot – den autonomen Assistenten OpenClaw. Der kann Datenbanken auslesen, E-Mails beantworten und sogar programmieren. Wer braucht da noch Spezialsoftware wie Photoshop, Trello oder Squarespace?

Noch bedrohlicher ist der Agent der KI-Schmiede Anthropic: Claude Cowork soll viele herkömmliche Programme komplett ersetzen und zur zentralen Schaltstelle im Unternehmensumfeld werden. Die Reaktion der Kapitalmärkte: Einst hoch bewertete Größen wie Adobe, Intuit oder Salesforce werden fallen gelassen. Die Annahme: Software wird doch nicht die Welt auffressen, sondern selbst auf dem Teller landen.

Für dieses Festmahl ist neben Anthropic auch Alphabet gut gerüstet. Die Google-Mutter kann ihr KI-Angebot durch das Werbegeschäft querfinanzieren und so günstig halten. Schwieriger ist die Lage für OpenAI. Der KI-Pionier wächst noch immer rasant, doch seine immensen Ausgaben sorgen zunehmend für Stirnrunzeln unter Geldgebern. NVIDIA beispielsweise fordert mehr Kostendisziplin von OpenAI und stellt sogar einst zugesagte Investments auf den Prüfstand.

Außerdem wichtig: Auf dem US-Arbeitsmarkt sind im Januar 130.000 Jobs neu entstanden – fast doppelt so viele wie erwartet. Die Wall Street ist sich jedoch nicht sicher, wie verlässlich die Zahlen sind. Sollte am heutigen Freitag auch noch eine höhere US-Inflationsrate gemeldet werden als die erwarteten 2,5 % im Vergleich zum Vorjahresmonat, spräche das gegen sinkende Leitzinsen und könnte die Aktienmärkte belasten. Warum der anstehende Chefwechsel in der US-Notenbank für noch mehr Verunsicherung sorgen könnte, erfahren Sie in unserer aktuellen Folge von Beyond the Noise.


Podcast

Happy Birthday, Nasdaq! Die Mutter aller Tech-Börsen ist 55 Jahre alt geworden. Bis zu diesem Punkt war es ein wilder Ritt: von der belächelten „Computer-Börse“ über den Rausch und Absturz während der Dotcom-Blase bis zur heutigen Dominanz der „Magnificent Seven“. In dieser Folge von Asset Class blickt Christian W. Röhl zusammen mit Denise Koch von Invesco auf über fünf Jahrzehnte Börsengeschichte.

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Christian W. Röhl

Drei Highflyer bewegen den DAX

Vor zwölf Monaten war SAP die Krone des DAX und kam auf einen Indexanteil von 16 %. Seitdem ist die Aktie drastisch abgesackt – nicht zuletzt wegen der Befürchtung, dass KI das klassische Software-Business zumindest teilweise obsolet macht.

Der DAX-Kursindex hingegen ist derweil trotz des schwachen Schwergewichts um mehr als 8 % gestiegen. Dieses Plus geht auf das Konto von Siemens Energy, Rheinmetall und Bayer. Die drei haben binnen Jahresfrist massiv zugelegt und damit in Summe einen Performance-Beitrag geliefert, der nahezu dem kompletten DAX-Gewinn entspricht – obwohl das Trio vor einem Jahr gerade einmal 6 % Index-Gewicht hatte.

Heißt im Umkehrschluss: Die anderen 37 DAX-Werte waren per saldo ein Nullsummenspiel. Damit zeigt sich in Deutschland über kurze Distanz, was Professor Hendrik Bessembinder von der Arizona State University für US-Aktien seit 1926 nachgewiesen hat: Die langfristige (Über-)Rendite des Aktienmarktes resultiert aus der exzeptionellen Wertentwicklung weniger Highflyer. Und die kann man entweder versuchen zu finden – oder, um es mit Vanguard-Gründer Jack Bogle zu sagen, gleich den ganzen Heuhaufen (sprich Index) kaufen, statt die Stecknadel zu suchen.

Der DAX liefert auf diese Weise eine beruhigende Erkenntnis mit Blick auf den viel beschworenen „US-Big-Tech-Klumpen“ in den Weltportfolio-ETFs: Auch wenn Dickschiffe darben, kann ein Index noch immer eine respektable Performance erzielen – vorausgesetzt, das Umfeld ist so robust, dass andere Aktien signifikant steigen.


Siemens

Voller als die U-Bahn

Der Industriekonzern Siemens hat den Software-Giganten SAP vom DAX-Thron gestoßen und ist mit einer Marktkapitalisierung von über 200 Mrd. € derzeit Deutschlands wertvollstes Börsenunternehmen. Begünstigt wurde dies durch einen Abverkauf bei Software-Werten, unter dem auch SAP zuletzt litt. Doch Siemens, das lange als ein schwerfälliges Konglomerat galt, beweist seit der Neuaufstellung als Technologie- und Digitalkonzern ein beeindruckendes Momentum.

Der Bereich Digital Industries konnte im vergangenen Quartal sowohl beim Auftragseingang als auch beim Umsatz mit zweistelligen Wachstumsraten punkten – die Zugsparte Siemens Mobility zumindest im einstelligen Bereich. Besonders gut läuft es im Sektor Smart Infrastructure. Hier wurde ein Rekordwert bei den Aufträgen verzeichnet. Damit sind die Siemens-Auftragsbücher voller als eine U-Bahn im Berufsverkehr. Einzig die Medizintechnik-Tochter Siemens Healthineers, bei der noch dieses Jahr die Mehrheit abgegeben werden soll, konnte keine positiven Akzente setzen.

Was bedeutet das in Zahlen? Das laufende abweichende Geschäftsjahr startete mit einem starken ersten Quartal. Der Umsatz kletterte um 4 % auf über 19,1 Mrd. €, während sich der Nettogewinn auf 2,2 Mrd. € belief. Der Vorjahresgewinn war zwar fast doppelt so hoch. Das lag aber vor allem am einmaligen Erlös von 2,1 Mrd. € durch den Verkauf des Elektromotorenbereichs Innomotics.

Kurz vor dem Mutterkonzern hat auch Siemens Energy die Zahlen für sein Q1 veröffentlicht. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um nominal 12 % auf 9,7 Mrd. €. Mit Neuaufträgen im Wert von 17,6 Mrd. € erreichte Siemens Energy ein Rekordniveau. Als wesentliche Treiber erwiesen sich die starke Nachfrage aus den USA sowie das Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik.


Japan-ETFs

Durch den Yen-Monsun

Die japanische Zentralbank will höhere Zinsen, aber Sanae Takaichi stellt sich quer. Nach einem überragenden Wahlsieg am vergangenen Wochenende plant die Premierministerin, die wirtschaftliche Stagnation Japans mit massiven Investitionen zu überwinden. Steigende Leitzinsen würden allerdings die staatliche Kreditaufnahme verteuern und Takaichis Pläne gefährden. Das Problem: Bleiben die Zinsen niedrig, fließen Investitionen eher ins Ausland ab und drücken den Wert des ohnehin schwachen Yen weiter.

Die japanische Exportwirtschaft freut sich über den weichen Yen, der ihre Produkte auf dem Weltmarkt vergünstigt. Das lässt die Gewinne sprudeln und sorgt auch für neue Rekorde am Aktienmarkt. Für Euro-Investierende gibt es jedoch einen Haken: Wenn japanische Aktien steigen, der Yen aber gleichzeitig gegenüber dem Euro an Wert verliert, bleibt vom Kursgewinn weniger übrig. Wer trotz des Währungsrisikos am Aktienboom in Japan teilhaben möchte, kann dies bequem mit ETFs tun.

Die Schwergewichte: Auf große und mittelgroße japanische Unternehmen setzen Sie mit dem Amundi Core MSCI Japan. Falls der Yen gegenüber dem Euro an Stärke gewinnt, können Sie mit diesem thesaurierenden ETF Währungsgewinne einfahren. Doch das Wechselkursglück kann sich auch gegen Sie wenden.

Die Yen-Absicherung: Wer dieses Risiko in Zeiten der „Sanaenomics“ ausschließen will, greift zum Xtrackers MSCI Japan EUR Hedge. Durch die enthaltene Absicherung werden Wechselkursschwankungen drastisch abgeschwächt.

Die Japan-Wette: Wer sich besonders für Unternehmen der zweiten Reihe mit einem geringen Börsenwert interessiert, findet ausschließlich diese im iShares MSCI Japan Small Cap. Die Besonderheit: Kleinere Unternehmen sind häufig viel stärker von der Nachfrage im eigenen Land abhängig. Wer also nicht in Global Player, sondern in den japanischen Mittelstand investieren will, ist hier richtig.


Chart der Woche

Verchromt

Chart-der-Woche

Quelle: StatCounter, Stand: 11.02.2026

Mit nur einem Klick die ganze Welt im Fenster: Browser machen es möglich. Und der beliebteste unter ihnen ist mit einem Marktanteil von 71 % Google Chrome. Mit riesigem Abstand folgt auf dem zweiten Platz Safari – gestützt durch die loyale Kundschaft von Apple. Währenddessen versuchen Microsoft Edge und Mozilla Firefox, sich an den Rändern des Marktes zu behaupten und die Gunst der verbleibenden User zu gewinnen.

Für die Google-Mutter Alphabet ist Chrome ein direkter Draht zum Verhalten der User. Der kostenlose Browser generiert wertvolle Daten für das Werbegeschäft und dient wie die hauseigene Suchmaschine als Tor zum Google-Ökosystem.

Künftig soll Chrome auch noch intelligent werden. Dazu wurde der Browser um verschiedene Funktionen erweitert: In den USA lassen sich bereits Funktionen der Bildgenerierungs-KI „Nano Banana“ in Chrome nutzen und per Google-AI-Abo gibt es außerdem einen KI-Assistenten, der bei verschiedenen Aufgaben helfen soll. Das Ziel: Der führende KI-Browser der Zukunft zu sein.


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Quellen: Scalable and dpa-AFX

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