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Bits & Pieces

Edition #296 | 11.09.2026

Meistgehandelt | Märkte und Makro | Podcast | Brillen | Chart der Woche | Edelmetall-ETCs | Scalable News | Altersvorsorge 

Was haben die globalen Aktienmärkte, Apple-Fans und Christine Lagarde gemeinsam? Sie alle können den Fängen der Inflation nicht entkommen. Der Herbst bleibt damit angespannt. So auch die Stimmung unter den acht Erben des Optik-Riesen EssilorLuxottica, die ein filmreifes Familiendrama ausfechten. Außerdem auf dem Programm: harte Einschnitte bei Volkswagen und warum Edelmetall-ETCs gerade spannend sind.


Meistgehandelt

Hinweis: Die Angaben beziehen sich auf das Verhältnis von Käufen und Verkäufen der 100 meistgehandelten Aktien im Scalable Broker zwischen dem 04.09.2026 und 10.09.2026.

Im Fokus: Iren
Der erfolgreiche Schwenk vom Bitcoin-Miner zum Datacenter-Betreiber hat den Aktienkurs von Iren ordentlich beflügelt. Im August gaben die Australier bekannt, dass sämtliche Rechenzentren-Kapazitäten für 2026 ausverkauft seien. Anlegende nutzten die gute Stimmung für Gewinnentnahmen.


Märkte & Makro

Der Blick in die Zukunft bleibt nervös

Zwei Zinssitzungen hat die EZB in diesem Jahr noch vor sich. Angesichts der hartnäckigen Inflation und der robusten Konjunktur dürfte die Zentralbank ihre Geldpolitik weiter straffen. Laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde seien die Risiken für die Inflation „nach oben“ gerichtet. Die jüngste Anhebung des Einlagensatzes um 25 Basispunkte auf 2,5 % war bereits eingepreist. Auch die Renditen langlaufender Staatsanleihen sollten also weiter hoch bleiben und der Druck auf die Aktienmärkte erst einmal nicht abklingen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in den USA, wo Fed-Chef Kevin Warsh kommende Woche das Zins-Zepter schwingen muss. Marktexperten erwarten mehrheitlich eine Zinserhöhung. Mitverantwortlich sind die Ölpreise, die nach erneuten US-Angriffen auf iranische Tanker das erste Mal seit Juli wieder die Marke von 100 $ geknackt haben. Das kann Warsh nicht kleinreden.

Klein falten können Apple-Fans hingegen bald schon das neue iPhone Duo, das der frisch gebackene CEO John Ternus diese Woche vorgestellt hat. Es soll schlappe 1.999 $ kosten. Für das neue iPhone 18 Pro werden 1.199 $ aufgerufen – 100 $ mehr als das Vorgängermodell. Apple reicht damit die gestiegenen Speicherchip-Kosten an seine Kunden durch. Damit dreht sich die Inflationsspirale weiter.


Podcast


Parqet-Gründer Sumit Kumar hat einen Top-Job und millionenschwere Aktienoptionen hingeschmissen, um ganz ohne Venture Capital sein eigenes Fintech-Startup hochzuziehen. Heute halten mehr als 400.000 Anlegende ihr Depot mit seiner App im Blick. Im Gespräch mit Christian W. Röhl erklärt Kumar, was das Tool kann, wie er mit der Disruption durch KI umgeht und warum er sein eigenes Geld lieber in Dividenden-Werte als in Tech-Aktien steckt.

Hier geht’s zum Video auf YouTube oder zur Podcast-Version auf Apple Podcasts, Spotify und überall, wo es Podcasts gibt.


Beiersdorf

Beef unterm Ray-Ban-Gestell

Bei EssilorLuxottica spielt sich eine filmreife Familienfehde ab. Seit der Gründer Leonardo Del Vecchio 2022 verstarb, teilen sich acht Erben – sechs (Halb-)Geschwister aus drei Ehen, die Witwe und ihr Sohn – die einflussreiche Familienholding Delfin, zu der auch ein Drittel von EssilorLuxottica gehört. Erst kürzlich eskalierte die Lage: Der viertgeborene Leonardo Maria Del Vecchio ist als Chefstratege und Ray-Ban-Präsident zurückgetreten und hat in einem Abschiedsbrief hart mit dem Unternehmen abgerechnet. Zuvor war sein Versuch gescheitert, zwei seiner Geschwister für insgesamt 10 Mrd. € herauszukaufen.

Das Familiendrama ist aber nicht dafür verantwortlich, dass sich die Aktie seit dem Allzeithoch vor einem Jahr mehr als halbiert hat. Vielmehr korrigierte der Markt den massiven Hype um die KI-Brille von Ray-Ban und Meta, der zwischenzeitlich zu einer Verdopplung des Kurses geführt hatte. Hinzu kommt: Die Konkurrenz schläft nicht. Samsung hat zusammen mit Alphabet und Gentle Monster die Galaxy Glasses vorgestellt, und die Snapchat-Mutter Snap will noch diesen Herbst ihr eigenes Stand-alone-Projekt präsentieren.

Im Kern läuft das Geschäft des Brillen-Riesen jedoch rund. Mit Marken wie Ray-Ban oder Oakley, Gläsern von Essilor und Filialisten wie Apollo oder Sunglass Hut vereint das Unternehmen die gesamte Optik-Wertschöpfung unter einem Dach. Durch den Kursrutsch ist die Bewertung am unteren Rand ihres historischen Korridors angekommen. Um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken, will der Konzern nun eigene Aktien im Wert von rund 800 Mio. € zurückkaufen.


Chart der Woche

Einst Ikone, jetzt Sanierungsfall

Gewicht der deutschen Auto-Hersteller im iShares DAX ETF in %

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Quelle: iShares

Früher haben deutsche Autos die Straßen der Welt erobert. Heute ist die Branche nur noch ein Schatten ihrer selbst. Während die hiesigen Autobauer BMW, Mercedes und Volkswagen 2015 zusammen noch 15 % im iShares DAX ETF auf die Waage brachten, kommen sie heute inklusive Daimler Truck gerade mal auf 5 %. Der Abstieg ist ein Spiegelbild der Branchenkrise: Die Konkurrenz durch chinesische Elektroautos, die Einfuhrzölle der Trump-Administration sowie eine strukturell nachlassende Nachfrage in Europa.

Mit rigorosen Maßnahmen wagen die Konzerne einen Aufbruch. Bei Volkswagen hat der Aufsichtsrat zuletzt den harten Sparmaßnahmen des „Zukunftsplans 2030“ zugestimmt. In Europa soll die Fertigungskapazität um 500.000 Fahrzeuge gesenkt werden, vier deutschen VW- und Audi-Werken droht ab 2031 die Schließung, Randgeschäfte wie die Motorradmarke Ducati sollen verkauft und 50.000 Stellen weltweit abgebaut werden. Für den Wirtschaftsstandort Deutschland ein schwerer Schlag. Die Börse atmete trotzdem auf: VW hat erkannt, dass „weiter so“ nicht funktioniert, sondern endlich harte Einschnitte folgen müssen.


Edelmetall-ETCs

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Wertspeicher ohne Tresor

Wenn es derzeit an einem nicht mangelt, dann sind es Krisen. In solchen Phasen steigt die Nachfrage nach Edelmetallen als „sicherer Hafen“ gewöhnlich spürbar an. Dem ist gerade aber nicht so: Gold und Silber waren wegen der Aussicht auf steigende Zinsen zuletzt weniger gefragt – denn sie werfen keine laufenden Erträge ab. Langfristig können Edelmetalle aber dennoch eine sinnvolle Beimischung im Depot sein, gerade angesichts der ausufernden Staatsverschuldung. Denn während Papiergeld sich beliebig vermehren lässt, bleibt das Angebot an Gold und Co. physisch begrenzt.

Mit Exchange Traded Commodities (ETCs) – also börsengehandelten Wertpapieren auf Rohstoffe – können Sie einfach in Edelmetalle investieren, ohne diese zu Hause lagern zu müssen. Der Invesco Physical Gold II ETC bildet dabei die Wertentwicklung des Goldpreises ab, ist mit physischem Gold hinterlegt und bietet einen dinglichen Auslieferungsanspruch. Dadurch sind Gewinne für deutsche Anlegende nach zwölf Monaten Haltedauer steuerfrei. Der Amundi Physical Gold ETC unterliegt hingegen im deutschen Privatvermögen immer der Abgeltungsteuer, was bei Investments mit unterjährigem Horizont vorteilhaft sein kann.

Als Schlüsselrohstoff der Industrie legt Silber bei Markterholungen oft überdurchschnittlich zu. Das Edelmetall lässt sich mit dem iShares Physical Silver ETC bequem abbilden. Der Xtrackers Physical Silver ETC EUR Hedged sichert dabei das Währungsrisiko direkt in Euro ab. Auch hier werden die Erträge wie gewohnt über die Abgeltungsteuer abgerechnet.

Hinweis: Im Gegensatz zu ETFs handelt es sich bei ETCs rechtlich um Inhaberschuldverschreibungen und nicht um geschütztes Sondervermögen. Es besteht ein Emittentenrisiko, das zum Totalverlust führen kann. Zudem unterliegen Gold- und Silberinvestments Schwankungen und einem Währungsrisiko (EUR/USD), sofern sie nicht währungsgesichert sind.


Scalable News


Auf die Plätze, fertig, Derivate!

Das Derivate-Angebot im Scalable Broker hat ein Upgrade bekommen. Nun gibt es insgesamt über 1,8 Millionen Derivate-Produkte von führenden Anbietern wie Goldman Sachs, Unicredit, Morgan Stanley, Vontobel, BNP Paribas, HSBC oder Société Générale zur Auswahl.

Die passenden Zertifikate und Optionsscheine auf Aktien, Indizes, Edelmetalle, Rohstoffe, Krypto oder Anleihen finden Sie nun ganz bequem direkt über die Suche im Scalable Broker.

Mehr dazu auf unserer Website.


Altersvorsorge im Fokus


In dieser Rubrik beantworten wir kurz und knapp Ihre wichtigsten Fragen rund um das geplante Altersvorsorgedepot.

Welche steuerlichen Vorteile bietet das Altersvorsorgedepot (AVD) in der Ansparphase?


  • Absetzbarkeit: Eigenbeiträge sind bis zu einem Höchstbetrag von 1.800 € (zzgl. der Zulagen) als Sonderausgaben absetzbar.
  • Günstigerprüfung: Das Finanzamt prüft nach entsprechender Angabe der eigenen Beiträge in der Steuererklärung, ob sich aus dem Sonderausgabenabzug ein Steuervorteil ergibt, der über den Zulageanspruch hinausgeht. Ist dies der Fall, wird die Differenz als zusätzliche Steuerermäßigung im Einkommensteuerbescheid berücksichtigt. Die Zulage verbleibt im AVD.
  • Innerhalb des Depots: Im Altersvorsorgedepot fällt keine Vorabpauschale und keine Abgeltungsteuer auf Dividenden oder realisierte Gewinne an.

Redaktionsschluss: Freitag, 7 Uhr

Quellen: Scalable und dpa-AFX

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