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Börsenlexikon: Teil 3

Fachbegriffe aus der Finanzwelt einfach nachschlagen und schnell verstehen mit dem Börsenlexikon von Scalable Capital - Teil 3. Alle weiteren Buchstaben finden Sie in Teil 1 und Teil 2.

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  • Risikotoleranz

    Geldanlagen sind stets mit Risiken verbunden. Wer investieren möchte, sollte diese Risiken einer Anlage vorab kennen und verstehen. Darüber hinaus sollte zum einen klar sein, welche möglichen Verluste man sich finanziell leisten kann, und zum anderen, welche Risiken aushaltbar sind, bei denen man noch „ruhig schlafen“ kann. Beides, die finanzielle und mentale Tragfähigkeit, bestimmen die persönliche Risikotoleranz.

    Die Fehleinschätzung der eigenen Risikotoleranz kann den langfristigen Vermögensaufbau erheblich beeinträchtigen. Wer beim Anlegen in Aktien die eigene Risikotoleranz zum Beispiel zu hoch einschätzt, kann schon beim ersten Kursrückgang dazu veranlasst werden, die Aktien wieder zu verkaufen. Dabei realisiert man Verluste und verpasst womöglich den sich anschließenden Kursaufschwung, was langfristig Rendite kostet. Wer andererseits die eigene Risikotoleranz als zu niedrig einschätzt und als Folge zu konservativ investiert, könnte womöglich langfristig eine deutlich höhere Rendite erzielen.

    Die individuelle Risikotoleranz wird in der Regel beim Investieren über eine Vermögensverwaltung wie die digitale Vermögensverwaltung von Scalable Capital („Wealth“) durch eine Befragung festgestellt, um die individuelle Risikobereitschaft und Risikotragfähigkeit zu ermitteln. Dazu werden Größen wie Anlagehorizont, Einkommensverhältnisse, Vermögen und Anlageziele erhoben.

    Robo-Advisor

    Der Begriff „Robo-Advisor“ wird in der Presse verwendet, um Unternehmen zu beschreiben, die entweder eine digitale Vermögensverwaltung anbieten oder Anlegern mit digitalen regelbasierten Methoden bei der Auswahl von Anlageprodukten helfen. Sofern damit eine digitale Vermögensverwaltung gemeint ist, die Anlegerportfolios umschichten darf, kann diese mithilfe von Algorithmen und Automatisierung handeln.

  • Sparer-Pauschbetrag

    Der Sparer-Pauschbetrag ist ein jährlicher Freibetrag für Kapitaleinkünfte wie Zinsen, Dividenden oder realisierte Kursgewinne. Bis zu dieser Höhe fallen keine Abgeltungsteuer, kein Solidaritätszuschlag und ggf. keine Kirchensteuer an.

    Der Pauschbetrag beträgt aktuell 1.000 Euro für Einzelveranlagte und 2.000 Euro für gemeinsam veranlagte Partner. Um ihn zu nutzen, können Anlegende ihrer Bank einen Freistellungsauftrag erteilen. Ohne Freistellungsauftrag wird die Abgeltungsteuer automatisch einbehalten und kann später über die Einkommensteuererklärung zurückgefordert werden. (Stand: 2026)

    Stop-Loss-Order

    Mit Stop-Loss-Aufträgen sichern Anlegerinnen und Anleger ihre einzelnen Positionen im Portfolio gegen zu hohe Kursverluste ab. Der Verkaufsauftrag für ein Wertpapier wird automatisch ausgelöst, sobald der Kurs eine vorher festgelegte Marke unterschreitet. Wichtig: Das bedeutet nicht, dass der faktische Verkaufspreis mit dem Stop-Loss-Kurs identisch ist. Er kann etwas darunter oder darüber liegen, je nachdem wohin sich der Kurs nach dem Reißen der Stop-Loss-Marke bewegt hat.

    Synthetisch replizierende ETFs

    Als synthetisch replizierende ETFs (Exchange-Traded Funds) bezeichnet man Indexfonds, die einen Index nachbilden, ohne die zugrundeliegenden Basiswerte des Index (bspw. Aktien) zu kaufen.
    Synthetisch replizierende Aktien-Fonds stellen ihr Depot stattdessen aus einem bestimmten Wertpapierkorb (mindestens 90%) und einem (besicherten oder gar überbesicherten) Swap (max. 10%) zusammen. Ein derart konstruierter synthetisch replizierender ETF hält also einen Korb an Sicherheiten (auch „Collateral“ genannt) statt der Einzelwerte des Index. Über den Swap (also ein Tauschgeschäft) mit einem Partner wird die Performance des Sicherheitenkorbs gegen die Wertentwicklung des eigentlich zugrunde liegenden Index getauscht.
    Mit synthetischer Replikation können Fondsgesellschaften einen Index präziser nachbilden, also ohne oder mit deutlich weniger Tracking Error als bei so manchem physischen ETF. Außerdem lassen sich manche Indizes, bspw. auf Rohstoffe oder auf bestimmte Schwellenländer wie Indien, nur über synthetische ETFs abbilden, da die Basiswerte sich nicht ökonomisch sinnvoll kaufen oder lagern lassen. Ein Beispiel hierfür sind Öl und Erdgas.
    Durch das Einbinden einer oder mehrerer Parteien im SWAP-Geschäft entsteht zusätzlich ein Kontrahentenrisiko (Ausfallrisiko) gegenüber dem Swap-Kontrahenten.

  • Tagesgeld

    Ein Tagesgeldkonto ist ein kurzfristiges Sparkonto ohne feste Laufzeit. Die Geldanlage ist an einen variablen Zinssatz gekoppelt, was bedeutet, dass die Bank den Zinssatz jederzeit anpassen kann, um auf Veränderungen am Finanzmarkt zu reagieren. Die Zinserträge orientieren sich unter anderem am Leitzins, wodurch die Rendite des Guthabens entsprechend dem aktuellen wirtschaftlichen Umfeld schwanken kann. Dadurch ergibt sich ein dynamisches Ertragspotenzial, welches nicht an einen festen Zeitraum gebunden ist. Tagesgeldkonten bieten hohe Liquidität, da Guthaben jederzeit vom Konto abgehoben werden kann.

  • Volatilität

    Volatilität ist ein Risikomaß, das angibt, wie stark die Kurse von Wertpapieren schwanken. Je höher die Volatilität, desto riskanter ist die Anlage. Eine hohe Volatilität ist allerdings nicht generell ein schlechtes Zeichen, sondern auch ein Ausdruck von Chancen auf Kurssteigerungen des Wertpapiers.

    Vorabpauschale

    Die Vorabpauschale ist ein steuerliches Konzept, das im Rahmen des Investmentsteuergesetzes 2018 in Deutschland eingeführt wurde. Sie regelt die Besteuerung von Kapitalerträgen, auch wenn diese Gewinne noch nicht realisiert wurden.

    Im Gegensatz zur üblichen Steuerregelung, bei der Kapitalerträge erst bei deren tatsächlicher Realisierung besteuert werden, wird die Vorabpauschale bereits jährlich auf Grundlage einer fiktiven Ertragsberechnung erhoben.
    Dies bedeutet, dass die Steuer auf Kapitalerträge nicht erst beim Verkauf, sondern bereits im Voraus gezahlt wird. Die bereits entrichteten Steuern werden bei einem späteren Verkauf der Fondsanteile auf die Steuerlast angerechnet, sodass nur der Gewinnanteil versteuert werden muss, der nicht durch die bereits gezahlten Vorabpauschalen abgedeckt ist.

    Um eine realistische Einschätzung der zu erwartenden Vorabpauschale und der damit verbundenen Steuerlast zu ermöglichen, stellt unser Partner justETF einen praktischen ETF-Steuerrechner zur Verfügung.

  • Zinseszinseffekt

    Zinseszinsen sind Zinsen, die Anlegerinnen und Anleger auf die Zinsen ihrer Wertpapiere erhalten. Der Zinseszinseffekt ist ein wichtiges Konzept bei der Geldanlage, denn durch Zinseszinsen können Vermögen exponentiell ansteigen, vorausgesetzt, die in einer Anlageperiode jeweils erreichten Zinsen werden nicht aus der Anlage abgezogen, sondern in der folgenden Anlageperiode weiterhin investiert. Dadurch, dass die neue Anlagesumme für die Folgeperiode nicht nur aus dem ursprünglichen Anlagebetrag besteht, sondern um die bereits erreichten Zinsen/Renditen erhöht wurde, können absolut gesehen höhere Zinsen/ Renditen im Folgezeitraum realisiert werden.
    Beispiel: Eine Anfangsinvestition von 10.000 Euro erwirtschaftet jährlich eine Rendite von 5 Prozent, was in einem Anlagewert i. H. v. 10.500 Euro nach Ablauf des ersten Jahres resultiert. Am Ende des zweiten Jahres steigt die Einlage auf 11.025 Euro, am Ende des dritten Jahres auf insgesamt 11.576,25 Euro. Hätte man die jährliche Rendite jeweils aus dem Portfolio abgezogen und nur den ursprünglichen Betrag reinvestiert, hätte man in Summe lediglich 11.500 Euro erwirtschaftet, also 76,25 Euro weniger. Nach Ablauf von 30 Jahren steigt der Unterschied auf 18.219,42 Euro an, da man mit Zinseszins ein Vermögen von 43.219,42 Euro erwirtschaftet hätte, wohingegen man ohne Reinvestition der Zinsen lediglich 25.000 Euro erwirtschaftet hätte.

Image | Magazine Author | Scalable Capital

Scalable Capital

Scalable Capital ist ein führendes Fintech in Europa, das Menschen und technologiebasierte Geldanlage zusammenbringt. Scalable Capital bietet eine digitale Vermögensverwaltung sowie einen Broker mit Trading-Flatrate. In der digitalen Vermögensverwaltung erstellt und verwaltet das Unternehmen für seine Kundinnen und Kunden global diversifizierte ETF-Portfolios mit auf Wunsch nachhaltigen Anlagestrategien. Der Broker ermöglicht es Kundinnen und Kunden, Aktien, ETFs, Kryptowährungen, Fonds und Derivate selbst zu handeln sowie Sparpläne abzuschließen.