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Börsenlexikon: Teil 2
Fachbegriffe aus der Finanzwelt einfach nachschlagen und schnell verstehen mit dem Börsenlexikon von Scalable Capital - Teil 2. Alle weiteren Buchstaben finden Sie in Teil 1 und Teil 3.

Knock-Out-Produkte
Mit Knock-out-Produkten partizipierst Du überproportional – je nach gewähltem Hebel – an Kursbewegungen eines bestimmten Basiswertes. Fällt der Basiswert unter die Knock-Out-Schwelle, verfällt das Produkt wertlos.
Kryptowährungen
Kryptowährungen sind digitale Vermögenswerte, die nicht von einer Zentralbank oder Behörde geschaffen oder garantiert werden und nicht an ein gesetzliches Zahlungsmittel gebunden sein müssen. Ähnlich wie Zentralbankwährungen können Kryptowährungen als Tauschmittel verwendet werden. Sie werden elektronisch über dezentrale sogenannte Blockchain-Systeme übertragen, gespeichert und gehandelt. Beispiele für bekannte Kryptowährungen sind Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Ripple (XRP) und Litecoin (LTC).
Leerverkauf
Etwas verkaufen, was man gar nicht hat? An der Börse geht das. Entstanden sind solche Geschäfte im Warenterminhandel, um sich gegen künftige Kursschwankungen von landwirtschaftlichen Produkten abzusichern. Oft wird das Instrument auch zur Spekulation genutzt. Dabei verkauft der Investor ein Wertpapier, bei dem er mit einem Kursverfall rechnet, ohne es zu besitzen. Kann er es später zu einem niedrigeren Kurs erwerben, macht der Leerverkäufer einen Gewinn.
Limit-Order
Eine Wertpapierorder lässt sich mit oder ohne Limit aufgeben. Wer ohne Limit kauft (also per Markt-Order), zahlt den Preis, der am Markt gerade gefordert wird. Mit Abgabe einer Limit-Kauforder lässt sich hingegen festlegen, einen Titel nur bis zu einem bestimmten Preis zu kaufen. Limit-Orders kann man auch für Verkäufe erteilen, wenn man einen Mindestpreis für sein Investment erzielen will.
Marktkapitalisierung
Die Marktkapitalisierung ist der Börsenwert eines Unternehmens. Sie ergibt sich, wenn man die Zahl der ausstehenden Aktien mit dem Aktienkurs multipliziert. Die Marktkapitalisierung ist eine typische Kennzahl für die Größe eines Unternehmens und oft ein Kriterium dafür, ob eine Aktie in einen Index aufgenommen wird.
Nichtveranlagungsbescheinigung
Eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) wird vom Finanzamt ausgestellt, wenn das Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt und deshalb keine Einkommensteuer anfällt. Für Kinder kommt zusätzlich der Kinderfreibetrag hinzu, wodurch sich der steuerliche Spielraum erweitert.
Grundsätzlich unterliegen Kapitalerträge – etwa Zinsen, Dividenden aus Aktien oder ETFs sowie Kursgewinne – der Abgeltungssteuer. Liegt jedoch eine NV-Bescheinigung vor, werden diese Erträge in voller Höhe ohne Steuerabzug ausgezahlt. Ein Freistellungsauftrag ist dann nicht mehr nötig.
Die NV-Bescheinigung gilt in der Regel für bis zu drei Jahre und muss danach neu beantragt werden. Der Antrag erfolgt beim zuständigen Finanzamt mit dem Formular NV 1 A. (Stand: 2025)
Optionsscheine
Mit einem Optionsschein partizipierst Du überproportional an steigenden (Call) und fallenden (Put) Kursen eines Basiswerts. Der Preis wird dabei auch von der Volatilität und der Restlaufzeit des Optionsscheins beeinflusst.
Physisch replizierende ETFs
In physisch replizierenden ETFs (Exchange Traded Funds) ist, vereinfacht gesagt, enthalten, was auf dem Etikett steht. Man bezeichnet damit Indexfonds, die einen Index nachbilden, indem entweder alle oder große Teile der darin enthaltenen Einzelwerte (bspw. Aktien oder Anleihen) gemäß ihrer Gewichtung gekauft werden.
Bei einer 100-prozentigen Nachbildung durch einen physisch replizierenden ETF spricht man auch von einer Vollreplikation, bei einer teilweisen Nachbildung von einer Teilreplikation (Sampling). Beim Sampling werden zur Nachbildung repräsentative Index-Titel ausgewählt. Bei der Optimierung werden Aktien mit der höchsten Korrelation zum Index eingesetzt. Diese müssen jedoch keine im Index enthaltenen Titel sein.Private Equity (PE)
Private Equity (PE) bezieht sich auf Investitionen in Unternehmen in Privatbesitz. Es gibt wesentlich mehr private Unternehmen als die wenigen Tausend börsennotierten Unternehmen auf dem Markt. Das PE-Universum umfasst Millionen von Unternehmen, von Neugründungen und kleinen Unternehmen bis hin zu etablierten Firmen, die sich gegen einen Börsengang entschieden haben. Private-Equity-Investitionen ähneln konzeptionell den Aktien von börsennotierten Unternehmen, unterscheiden sich aber in Form und Merkmalen so stark, dass sie als eigene Anlageklasse betrachtet werden können.
Private-Equity-Anlagen sind risikoreich und weniger liquide als börsennotierte Anlagen, bieten aber aufgrund ihres Anlagecharakters das Potenzial für beträchtliche Renditen. Typische Ausstiegsstrategien für Investoren sind Börsengänge (IPOs), Verkäufe an strategische Käufer oder Secondary Buyouts. Kleinanleger können über bestimmte ELTIFs in Private Equity investieren.Privatmärkte
Privatmarkt (PM) ist der Oberbegriff für nicht öffentlich handelbare Anlagen wie privates Beteiligungskapital (Private Equity), private Kredite (Private Debt), Immobilien und Infrastrukturprojekte. Diese Anlagen waren in der Regel nur institutionellen Anlegern oder vermögenden Privatpersonen vorbehalten, stehen nun aber aufgrund einer regulatorischen Überarbeitung durch die Europäische Union Anfang 2024 auch Privatanlegenden über ELTIFs zur Verfügung. Privatmärkte bieten Möglichkeiten für höhere Renditen und Diversifizierung, sind aber auch mit einem höheren Risiko und einer geringeren Liquidität im Vergleich zu öffentlichen Märkten verbunden. Anleger an privaten Märkten müssen ihr Kapital oft für längere Zeiträume binden und haben unter Umständen nur begrenzte Möglichkeiten, ihre Anlagen vor Fälligkeit zu verkaufen.
Untergruppen der privaten Märkte:
Private Equity: Investitionen in private Unternehmen oder die Übernahme von öffentlichen Unternehmen
Private Kredite: Geldverleih an private Unternehmen gegen Zinszahlungen
Immobilien: Investitionen in Wohn-, Gewerbe- oder Industrieimmobilien
Infrastruktur: Investitionen in Sachanlagen wie Straßen, Brücken oder Anlagen für erneuerbare Energien
Progressiver Steuersatz
Der progressive Steuersatz beschreibt das Prinzip der deutschen Einkommensteuer: Mit steigendem zu versteuerndem Einkommen steigt auch der Steuersatz. Höhere Einkommen werden also mit einem höheren Prozentsatz besteuert als niedrigere.
Grundlage ist immer das sogenannte zu versteuernde Einkommen (zvE), das im Steuerbescheid ausgewiesen wird. Es entscheidet darüber, welcher Steuersatz zur Anwendung kommt.
Dabei sind zwei Werte relevant:
Der Grenzsteuersatz zeigt, wie stark ein zusätzlich verdienter Euro besteuert wird.
Der Durchschnittssteuersatz gibt an, welcher Anteil des gesamten zvE tatsächlich als Steuer gezahlt wird.
Die individuelle Einkommensteuer kann über die Berechnungshilfen des Bundesfinanzministeriums (BMF) ermittelt werden.
Quellensteuer
Die Quellensteuer ist eine Steuer, die direkt an der „Quelle“ der Auszahlung einbehalten und vom auszahlenden Institut – etwa einer Bank oder einem Arbeitgeber – an die zuständige Steuerbehörde abgeführt wird.
Im Finanzkontext bezeichnet „Quellensteuer“ meist die Kapitalertragsteuer, also eine Form der Abgeltungsteuer. Sie fällt auf Kapitalerträge wie Zinsen oder Dividenden an. In Deutschland beträgt die Abgeltungsteuer 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Die Bank führt diese automatisch ab, sofern kein Freistellungsauftrag oder eine gültige Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) vorliegt.
Bei Fonds und ETFs hat die Quellensteuer für Anlegende in der Regel keine praktische Relevanz. Enthält ein Fonds ausländische Erträge, erfolgt der steuerliche Ausgleich meist über die sogenannte Teilfreistellung, welche die Depotbank automatisch berücksichtigt.
Scalable Capital ist ein führendes Fintech in Europa, das Menschen und technologiebasierte Geldanlage zusammenbringt. Scalable Capital bietet eine digitale Vermögensverwaltung sowie einen Broker mit Trading-Flatrate. In der digitalen Vermögensverwaltung erstellt und verwaltet das Unternehmen für seine Kundinnen und Kunden global diversifizierte ETF-Portfolios mit auf Wunsch nachhaltigen Anlagestrategien. Der Broker ermöglicht es Kundinnen und Kunden, Aktien, ETFs, Kryptowährungen, Fonds und Derivate selbst zu handeln sowie Sparpläne abzuschließen.